Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
  Das Buch 

zur Früh-Geschichte von Neustadt a. Main und der Benediktinerabtei Neustadt am Main
Die Geschichte von Neustadt am Main
Von Locoritum, über Rorinlacha, und Neue Statt, zu Neustadt am Main
  Michilstat 738 

Die Saalkirche der Michilstat. Foto, Archiv Mainpost.
Die Michilstat war nicht in Michelstadt im Odenwald
Ausgegraben 1974 in der Michaelskirche auf dem Michaelsberg. 1. Klosterstätte der Benediktinerabtei Neustadt am Main
  Alte Statt 742 

Der Konvent und die Saalkirche der" Alten Statt" in Gelb
Alte Statt Kloster
Ausgegraben 781/82, unter dem Pfarrhaus. 2. Klosterstätte der Benediktinerabtei in Neustadt am Main
  Neue Statt 781 

Die Vierungskirche der Neuen Statt in Grau. Die Saalkirche der Alten Statt in Gelb
Neue Statt Vierungskirche
Ausgegraben 1914 + 1946/47 + 1968/69 + 1969 + 1982 + 1991. 3. Klosterstätte der Benediktinerabtei in Neustadt am Main
  Die Früh-Geschichte von Neustadt am Main + mit dem keltischen Locoritum fing alles an + 

findet Ihr seit April 2019 in dem Buch:

Klaus Weyer, Vom Keltenheiligtum zum karolingischen Missionskloster - Neustadt am Main.
Königshausen & Neumann, Würzburg 2019, ISBN: 978-3-8260-6740-2


Das Buch vermittelt eine logische und realistische Gründungsgeschichte des Benediktinerkloster in Neustadt am Main im Jahr 738.

Klaus Weyer, die Frühgeschichte von Neustadt 4.0

Schon vor unserer Zeitrechnung verehrten die Kelten in Neustadt einen Heiligen See und hielten auf dem Denkmal geschützten Thingplatz, auf dem Gaiberg, Gericht ab. Klaudios Ptolemaios erwähnte den Ort um 150 als Locoritum, es bedeutet „Furt im See“. In der Merowingerzeit befand sich auf dem Michaelsberg ein Jagdschloss, Burkard erhielt es 738 von dem Karolinger Karl Martell, nachdem er in diesem Jahr mit Bonifatius aus Rom kam. Dort gründete er das erste Kloster, die „Michilstat“. Megingaud erhielt auch 738 den Rest des Ortes von dem Mattonen Hatto. Der mit Röhricht bewachsener Sumpf im Tal von Rorinlacha, vorher ein heiliger keltischer See, wurde ab 738 von Burkard und Megingaud trockengelegt. Burkard wurde im März 742 von Bonifatius und Hausmeier Karlmann zum Bischof von Würzburg ernannt. Megingaud, sein Nachfolger in Rorinlacha, weihte 742 das Kloster an der "Alten Statt“ im Tal ein. Megingaud wurde dann Anfang 754, nach dem Rücktritt von Burkard, auch der Nachfolger von Burkard in Würzburg. Nach dem Rücktritt von Megingaud als Bischof von Würzburg, ging er Anfang 769 zurück nach Rorinlacha an die "Alte Statt". Er gründete dann ab 772, auf Veranlassung von Karl dem Großen, ein Kloster für die Sachsenmissionierung im Tal an der „Neuen Statt“. Das Missions-Kloster wurde 781 eingeweiht. Megingaud starb 783 im Kloster Neustadt am Main. Von dem Kloster an der Neuen Statt existieren heute noch die Grundmauern und der halbe Turm der Vierungskirche, 12 m eines separaten freistehenden Turms, und die Marienkapelle des Klosters, die im Südturm der romanischen Kirche eingemauert wurde.


Das Inhaltsverzeichnis des Buchs:
Seite 7 Einleitung
Seite 9 Das keltische Locoritum am Mainviereck --> vor 500 v. Christus
Seite 21 Die Römer in Mainfranken --> um 0
Seite 27 Die Christianisierung Mainfrankens --> nach 500
Seite 37 Burkard – bevor er nach Franken kam --> bis 738
Seite 47 Bonifatius – bis 738
Seite 55 Der Rombesuch von Bonifatius und Burkard --> 737/738
Seite 61 Bonifatius und Burkard ab 738
Seite 71 Die Gründungszeit des Bistum Würzburg --> Anfang 742
Seite 75 Megingaud in Rorinlacha
Seite 83 Burkard stirbt und Bonifatius wird in Friesland erschlagen --> 755
Seite 89 Megingaud – der zweite Bischof von Würzburg --> 754 bis 769
Seite 93 Gründung der „Neuen Statt“ durch Karl den Großen für die Sachsenmissionierung --> 772
Seite 119 Die Fakten zu Burkard und Megingaud im Überblick
Seite 127 Die Neustädter Klostermark von 772
Seite 138 Die Poppo Spessartmark von 839
Seite 143 Neustadt am Main im Wandel der Zeit
Seite 149 Anhang – Tabellen und Bildübersicht
Seite 153 Quellen und Literaturhinweise
Seite 157 Ende


Neustadt am Main in urkundlichen Erwähnungen und Quellen
150 n. Chr.: Locoritum in der Geographike Hyphegesis des Klaudios Ptolemaios.
738 n. Chr.: Burkard erhält Michilstat von "Karlmann", in der Realität von Karl MArtell, Vita Burkardi II, Buch 2, Kap. 3
738 n. Chr.: Burkard erhält das Jagd und Lustschloss in Rorinlacha in Lorenz Fries Seite 9.
738 n. Chr.: Karl Martell schenkt Burkard in der Urkunde DO III 354 das Jagd und Lustschloss.
738 n. Chr.: Comes Hatto und Megingaud in der Vita S. Burkardi II.
742 n. Chr.: Burkard und Megingaud in Lorenz Fries Seite 26.
742 n. Chr.: Kloster an der "Alten Statt", in der Bisitation des Bistum Würzburg im Kloster Neustadt von 1762.
754 n. Chr.: Michilstat in der Vita S. Burkardi II., Buch 2, Kap. 12
769 n. Chr.: Rücktritt Megingaud als Bischof von Würzburg in der Vita S. Burkardi II.


Die alten Namen im Tal von Neustadt a. Main passen zusammen!
+ Zuerst Locoritum (erwähnt 150 n.C. von Ptolemaios).
.. Übersetzt: „Furt im See“. Der See im Tal war ein keltisches Heiligtum, und existierte bestimmt schon vor dem 5. Jhd. v. Chr., als die Kelten noch in unserer Gegend waren. Vor über 2.500 Jahren! Der große See und dessen Trockenlegung ist bezeugt seit 1992 durch Ludwig Wamser.
+ Dann Rorinlacha.
.. Übersetzt: „Ein mit Röhricht bewachsener Sumpf“. Der heilige keltische See war jetzt ein Sumpf. Ab 738/39 wurde der Sumpf trockengelegt. 742 wurde das Kloster an der Alten Statt darauf eingeweiht.
+ Und dann Neue Statt (eingeweiht 781 n.C.).
.. Südlich von der Alten Statt wurde die Neue Statt 772 von König Karl I. als Missionskloster für die Sachsenmissionierung initiiert. Er stellte 772 die 1. Königs-Urkunde für das Kloster aus.
+ Heute heißt der Ort Neustadt am Main.


Die vier unterschiedlichen Klosterstätten der Benediktinerabtei in Neustadt a. Main:
+ 738: Die Michilstat auf dem Michaelsberg, mit einer merowingischen Saalkirche. Abt war Burkard, der spätere 1. Bischof von Würzburg ab März 742. Die Klosterkirche befand sich an der Stelle der heutigen Friedhofskirche. Die Saalkirche wurde 1974 ausgegraben. Der Konvent wäre noch auszugraben. Er kann sich nur nördlich von der Kirche befunden haben. So wie bei dem nächsten Kloster im Tal.
+ 742: Die "Alte Statt" im Tal, mit einer merowingischen Saalkirche. Abt war Megingaud. Vorher, ab 738, wurde der keltische See/Sumpf trockengelegt. Das Kloster befindet sich heute unter dem Pfarrhaus/Pfarrheim. Das komplette Kloster wurde 1981/82 ausgegraben. Der Konvent war nördlich, die Saalkirche südlich davon.
+ 781: Die Neue Statt im Tal, ein Teil des karolingischen Vierungsturm der Klosterkirche steht noch. Zweite Ausgrabung 1946/47 von Dr. Walter Boekelmann. Der Nordturm der Basilika, gehörte laut ihm, auch zu dem karolingischen Kloster von 781. Im Südturm der heutigen Basilika, ist die Marien-Kapelle der Neuen Statt eingemauert. Siehe dazu das Bild links oben auf der Home-Seite.
+ um 1100: Die "Romanische Statt" im Tal, mit der 2-türmigen Basilika. Wobei der Nordturm freistehend ist und schon zur Neuen Statt gehörte.

Die 2 ersten Benediktiner-Äbte in Rorinlacha und die 2 ersten Bischöfe von Würzburg:
+ 738 bis 742: Burkard ist der 1. Abt in Rorinlacha auf dem Michaelberg, an der Michilstat.
+ 742 bis 754: Burkard ist der 1. Bischof in Würzburg. 754 dankte er ab.
+ 742 bis 754: Megingaud ist der 2. Abt in Rorinlacha im Tal, an der „Alten Statt“.
+ 754 bis 769: Megingaud ist der 2. Bischof von Würzburg, und gleichzeitig noch Abt der "Alten Statt" in Rorinlacha.
+ 755: Burkard stirbt am 2. Feb. 755 in Homburg a. Main.
+ 769: Megingaud dankte als Bischof ab (die offizielle Meinung), und ging zurück nach Rorinlacha in die „Alte Statt“ (Quelle: Lorenz Fries und Vita S. Burkardi II).
+ 781 bis 783: Megingaud ist Abt an der „Neuen Statt“ im Tal, das Missionskloster von König Karl I. für seine Schwert-Missionierung in Westfalen, Engern und Ostfalen gegen die Sachsen.
+ 783: Megingaud stirbt am 26. Sept. 783 in Neustadt a. Main. Sein Sarkophag aus Sandstein ist heute in der Krypta der Neumünsterkirche, der Älteste dort. Warum ist er nicht in Neustadt? Nach meiner Meinung wurde er nicht von seinem Nachfolger Berowelf nach Würzburg gebracht. Wer war es?




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  3D Michilstat und Alte Statt 

Die Ansicht der merowingischen Saalkirchen
Ansicht Michilstat und Alte Statt, Markus Zwittmeier.
Michilstat und Alte Statt, Markus Zwittmeier.
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Die Ansicht der karolingischen Vierungskirche
Ansicht Vierungskirche der Neuen Statt
Neue Statt, Walter Boeckelmann
  Romanische Basilika 1100 

Romanische Basilka in Neustadt am Main. Erbaut um 1100. Ehemalige Benediktinerabtei Neustadt am Main
Romanische Kloster-Basilka in Neustadt am Main
Bild Thomas Kohnle. https://thomas-kohnle.de/
  Grundriss 1804 

Original Grundriss der Benediktiner Abtei 1804
Benediktinerabtei Neustadt
Die Löwensteiner haben viel abgerissen
  3D 1804 

Die Benediktinerabtei Neustadt am Main, ein Jahr nach der Säkularisation
Benediktinerabtei Neustadt 1804
Die Klosterkirche an der Neuen Statt ist noch zu sehen. Später wurde sie vom Fürst Löwenstein abgerissen, ein Skandal.
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