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Bonifatius wurde 755 ermordet
Bonifatius wurde 755 ermordet
  Bonifatius, Wynfreth – Detaillierte zeitliche Fakten über den „Apostel der Deutschen“ 

Erstellt am 15.02.2009, ergänzt und zuletzt korrigiert am 30.03.2013

 

 

 

Der Angelsachse Bonifatius wurde als Wynfreth (Winfrid) um 673 in Wessex (England) geboren.

 

Wynfreth wurde am 15.Mai 719 in Rom während seiner ersten Romreise von Papst Gregor II. (715 – 731) zum Heidenmissionar bestellt (Quelle: Bonifatius-Brief 12) und erhielt den Namen Bonifatius.

Die zweite Romreise Bonifatius war im Jahre 722. Papst Gregor II. weihte Bonifatius am 30. November 722 zum Missionsbischof ohne festen Bischofssitz.

732 wurde Bonifatius von Papst Gregor III. schriftlich zum Legaten des Papstes für Germanien ernannt.

737/738, Dritte Romreise von Bonifatius, wahrscheinlich zusammen mit Burkard (Quelle: Vita Burkardi 1+2).

 

Nachdem Karl Martell 741 gestorben war, gründete Bonifatius, mit Zustimmung von Karlmann I., Anfang 742 für die 3 Stämme des ehemaligen Thüringerreiches, 3 Bischofssitze: Würzburg, Büraburg und Erfurt.

 

Bonifatius wollte Erzbischof mit Sitz in Köln werden, Gegner vereitelten seinen Plan.

Er wurde 746/747 mit Mainz (unter Bonifatius kein Erzbistum) abgefunden.

Bonifatius dankt 753 als Bischof in Mainz ab. Lullus wurde Bischof von Mainz.

 

Am 5. Juni 755, im Alter von fast 82 Jahren, wird Bonifatius bei Dokkum in Friesland, zusammen mit Eoba dem Chorbischof von Erfurt, ermordet.

 

Die Quellen zum Todesjahr 755 von Bonifatius und Burkard:

Bonifatius Todesjahr und Vita-Verfasser:
Bonifatiusstudien, Dr. Heinrich Wagner, Würzburg 2003, XXXVI + 270 S., Kommissionsverlag Ferdinand Schöningh, Würzburg (Buchhandel), ISBN 3-87717-066-8
Todesjahr Bischof Burkard:
Würzburger Diözesan-Geschichtsblätter, 65. Band, Würzburg 2003, Würzburger Diözesangeschichtsverein, Die Würzburger Bischöfe 741-842, Dr. Heinrich Wagner, ISSN: 0342-3093

 

Hier die Topics und die zugehörigen Quellen, welche die Fakten zu Bonifatius Tod im Jahre 755 untermauern.

 

1. Dass Megingauds Vorgänger Burkard vor Bonifatius starb.

Quelle: Aus Luidgers Vita des Abtes Gregor von Utrecht.

à Bonifatius muss nach dem 2. Feb. 755 gestorben sein, da Burkard am 2. Feb. 755 in Homburg am Main starb.

 

2. Dass Bonifatius am Königshof im westlichen Frankenreich vermutlich in den ersten Monaten des Jahres 754 Papst Stephan II. (752-757) trifft.

Quelle: Aus der „Passio sancti Bonifatcii“ (Vita quarta).

 

3. Dass Bonifatius im zehnten Jahr, nachdem er „ad sanctum locum“, nämlich nach Fulda gekommen war – dies betrifft den Zeitraum zwischen Mai 753 und Mai 754 – sich mit dem König beriet und [dann] nach Friesland begab, um erneut in der Friesenmission tätig zu werden.

Quelle: Aus der „Vita Sturmii“ des Eigil.

 

4. Dass Bonifatius nach langer Zeit (à Ende 754) wohlbehalten aus Friesland zu „seinen Kirchen“ in der „Germania“ zurückkehrte und sich im folgenden Jahr (à 755) wiederum nach Friesland begab, wo er das Martyrium erlitt.

Quelle: Aus der Vita Bonifatii des Willibald (Vita prima).

 

5. Dass das Martyrium des Bonifatius am 5. Juni 755 stattfand.

Quelle: Aus der Vita Bonifatii des Willibald (Vita prima).

 

 

Kommentare über das Bonifatius Todesjahr 754:

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte die Meinung (Friedrich Wilhelm Rettberg, Cornelius Will u.a.), dass Bonifatius 755 starb.

Michael Tangl vertrat 1903 die Meinung, dass 754 das Todesjahr des Bonifatius war. Heinrich Boehmer plädierte 1917 nochmals für 755. Seit Franz Flaskamp, 1927, ist die Diskussion um das Todesjahr 755 gänzlich verstummt. Edmund E. Stengel (*1879, +1968), ein Schüler von Tangl, vertrat das Todesjahr 754. Er datierte die Fuldaer Traditionen n.22, 23, 24a, 24b, 25, 26 und 27 auf das Jahr 754. Und die Traditionen n.28, 29, 30 und 31 auf das Jahr 756. Diese Datierungen werden mittlerweile von Heinrich Wagner angezweifelt.

 

 

Infos über die Viten des Bonifatius finden Sie hier:

      http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=259

 

 

Die detaillierte tabellarische Übersicht für Bonifatius

 

Allgemeine geschichtliche Daten die Bonifatius direkt betreffen, in schwarzer Schrift.

Allgemeine geschichtliche Daten die Bonifatius indirekt betreffen, in grauer Schrift.

Daten die direkt mit Neustadt am Main in Verbindung stehen, in roter Schrift.

 

 

Um 673

Bonifatius wurde als Wynfreth (Winfrid) zwischen 672 und 675 in Wessex (Grafschaft in England), vermutlich in der Nähe von Exeter, geboren.

Um 680

Als „puer oblatus“ (Kind, das von Eltern dem Kloster „dargebracht“ und für das klösterliche Leben bestimmt wurde) kam Wynfreth in das Benediktinnerkloster Exter. Später wechselte Wynfreth nach Nursling im Bistum Winchester.

Um 703

Wynfreth erhält die Priesterweihe, wahrscheinlich durch Bischof Haeddi von Winchester. Von Abt Wynberht (seit 701) wurde Wynfreht zum Leiter der Klosterschule bestellt.

704, Mai

Herzog Heden II. (als ,,vir illuster" bezeichnet) schenkte im Jahre 704 in Würzburg, gemeinsam mit seiner Gemahlin Theodrada und mit Zustimmung seines Sohnes Thuring, begleitet von den mainfränkischen Großen Rocco (Der Namensgeber für Rorinlacha, dem späteren Neustadt am Main?) und Doda, dem Friesenmissionar Willibrord große Besitzungen in Thüringen in Arnstadt / Ilmkreis, in Mühlberg bei Gotha und in Monra (Kreis Sömmerda). Urkunde: „castellum, quod nominatur Wirciburc“.

714

Nach dem Tod Pippin II. sind innerfränkische Wirren. Karl Martell (Sohn Pippins aus der Friedelehe mit Chalpaida) wurde von Pippins Frau Plektrud in den Kerker verbannt. Nach der Flucht Martells, begünstigt durch Freunde, haben die Mönche von Echternach (Willibrord) Karl Martell beherbergt.
Friesenherzog Radbod eroberte große Gebiete in Friesland zurück.

715

Theodo II., Herzog von Bayern, unternimmt 715 eine Pilgerreise nach Rom, wo er mit Papst Gregor II. (Papst von 19. Mai 715 – 11. Feb 731) die Errichtung einer bayerischen Kirchenprovinz verabredet. Mit Bischöfen in den vier Teilherzogtümern Regensburg, Passau, Freising und Salzburg, in die er sein Reich unter seinen Söhnen aufteilt (Siehe auch Jahr 739).

716 – 716

Erster Versuch einer Friesland-Missionierung von Bonifatius ab Frühjahr 716. Abbruch Ende 716, da die Mission erfolglos war. Er ging zurück nach England in sein Kloster in Nursling.

717

Abt Wynberht stirbt und Wynfreth wird sein Nachfolger als Abt.

718, Herbst

Wynfreht bleibt nicht lange im Amt als Abt, er wollte wieder missionieren. Stephan wurde Abt in Nursling. Bischof Daniel von Winchester, unterstützte ihn bei seinem Vorhaben, entbindet Wynfreht von seinen Pflichten und stellt ihm einen Empfehlungsbrief aus.

718, Herbst

Wynfreth beginnt seine Reise nach Rom. Landung auf dem Festland in Cuentawich, nahe Etaples-sur-Mer (51 km südöstlich von Calais). Viele Mitgenossen begleiteten dann Wynfrith auf der Reise nach Rom.

719, Mai 15

Erster Rombesuch von Bonifatius. Pater Wynfrith wurde am 15. Mai 719 in Rom von Papst Gregor II. (715 – 731) zum Heidenmissionar bestellt (Quelle: Bonifatius-Brief 12). Gleichzeitig erhielt er seinen neuen Namen von dem Kalenderheiligen vom 14. Mai: »Bonifatius« „boni facio / Ich tue Gutes“. Der 14. Mai war ein Sonntag, und es war das Fest des cilicischen Märtyrers Bonifatius.

719

Bonifatius erhält eine große Menge Reliquien vom Papst. Auf der Rückreise besucht Bonifatius für längere Zeit den Langobarden-König Liutprand in Pavia, anschließend kurze Aufenthalte in Baiern bei den Agilolfingern und in Thüringen (in Würzburg bei den Hedenen?). Quelle: Vita Bonifati von Willibald.

719, Ende

Nach dem Tod König Radbods von Friesland, nahm Willibrord die Friesen-Missionierung mit seinen Helfern (darunter Bonifatius) wieder auf.

722, Ende

Bonifatius blieb laut der Vita Bonifatii Willibald „Drei Jahre hindurch der Gehilfe des Erzbischofs Willibrord“. Zerwürfnis zwischen Willibrord und Bonifatius. Bonifatius verlässt Friesland.

723, Jan. 01

Karl Martell stattet die Kirche von Utrecht mit umliegendem Fiskalgut aus. BM2 14 n.34

723 Anfang

Nachfolgend die Stationen von Bonifatius: Von Friesland nach Trier, Pfalzel (Gregor schließt sich an), Mainz, Amöneburg (Lahngau), Ederthale. In Hammelburg (Hamanaburg, J.CH.A. Seiters 1845) gründete er ein Klösterlein (Vita Bonifati). Bei den Chatten in Hessen, im Gebiet um Fritzlar, wo noch keine anderen Missionare tätig waren, begann er seinen Missionsauftrag.

723, Frühsommer

Bonifatius schickt seinen Landsmann „Bynna“ nach Rom zur Berichtserstattung.

723, Herbst

Bonifatius bricht, mit zahlreicher Gefolgschaft, auf Einladung des Papstes Gregor II. zu seiner zweiten Romreise auf.

723,

Nov. 30,

Dez 01

Zweiter Rombesuch des Bonifatius. Papst Gregor II. weiht Bonifatius am 30. November 723 zum Missionsbischof ohne festen Bischofssitz.

Am 1. Dez. schreibt Papst Gregor II. an Bonifatius: Aus den Einkünften der Kirche [dem Zehnten] und den Opfergaben der Gläubigen soll er [Bonifatius] vier Teile machen: „Einen davon soll er für sich behalten, den zweiten unter den Geistlichen verteilen, entsprechend ihrem Eifer in der Erfüllung ihrer Pflichten, den dritten Teil soll er an die Armen und Fremden geben, den vierten soll er aber für den Kirchenbau zurücklegen.“

724, Frühjahr

Bonifatius ist wieder im Frankenreich. Karl Martell soll Bonifatius, Pirmin und Willibrord einen Schutzbrief ausgestellt haben.

724

Bonifatius fällt ohne Risiko die Donareiche (Donar = germanischer Donnergott), bzw. laut der Vita Bonifati die Jupitereiche, in Geismar (bei Fritzlar) mit einem Schutzbrief von Karl Martell und unter Schutz einer fränkischen Garnison auf dem benachbarten Büraberg.

Aus dem Holz der Eiche soll die Petruskirche in Fritzlar erbaut worden sein.

Ab 724

Als sich Bonifatius verstärkt Thüringen als Missionsgebiet zuwandte, trifft er auf angelsächsische Missionare, die bereits ab 704 mit Willibrord dorthin kamen. Es existierten schon bedeutende Einflüsse von den Klöstern Weißenburg (z.B. in Erfurt) und Echternach.

724

Wigbert gründet mit Bonifatius in Ohrdruff (Orthorpf) / Thüringen (1ter Abt Wigbert bis 732) ein Kloster, eben dort wo Echternachter Besitzungen lagen (ehemalige herzogliche Besitztümer, Heden II. starb 719 auf dem Feldzug von Karl Martel gegen König Chilperich II.).

Bonifatius hat Streit mit dem anliegenden Bischof von Mainz, Gerold, um die Rechtsprechung in den neu missionierten Gebieten.

724

Siegreiche Heerfahrt Karl Martells gegen die Sachsen.

724, Dez.

lt. Tangl

Papst Gregor II. schreibt an das Volk der Thüringer und empfiehlt ihm den Bonifatius. Er fordert sie auf ein Haus für ihren Bischof, sowie Kirchen zu bauen, in denen sie beten können. (Quelle Bonifatiusbrief Nr. 25, der Brief hat keine Datierung)

726

Willibrord überträgt einen Teil seines persönlichen Besitzes in seinem Testament dem Kloster Echternach.

726, Nov. 22

Bonifatius schickt den Priester Denewald nach Rom zum Papst. Papst Gregor II. antwortet im Brief 26.

731, Feb. 11

Papst Gregor II. stirbt.

731, März 18

Papst Gregor III., ein geborener Syrer, wird geweiht.

732

lt. Tangl

Papst Gregor III. (731 bis 741) übersendet Bonifatius das Pallium, Missions-Erzbischof ohne festen Sitz (Bonifatius-Brief 28, der Brief hat keine Datierung).

Widerstand von Karl Martell und dem fränkischen Adel.

732

Gründung von Kloster Fritzlar mit der Petruskirche unter Abt Wigbert, Abt von 732 bis 738, und Bonifatius. Fritzlar, ehemaliges germanisches Kultzentrum der Chatten.

732, Okt.

Schlacht bei Tour und Poitiers. Karl Martell wehrt, zusammen mit den Langobarden unter Liutprand (sie werden immer vergessen!), die Sarazenen unter Abderrahman ab.

Liutprand, langobardischer König von 712 bis +Jan. 744 war mit Guntrud von Bayern, Agilolfingerin, verheiratet. Karl Martell ist seit 725 mit Swanahild von Bayern verheiratet, auch eine Agilolfingerin, die Cousine von Guntrud)

732/33

Bonifatius ist beim bayerischen Herzog Hucbert (+736), Sturmius schließt sich Bonifatius an.

733 – 736

Sturmius (* 715, + 779), später Gründer und Bischof von Kloster Fulda, ist unter Abt Wigbert Mönch in Kloster Fritzlar.

734

Feldzug Karl Martells gegen die Friesen.

736-739

Herzog Odilo von Bayern, Karl Martells Schwiegersohn, reformiert mit Bonifatius die Landeskirche in Bayern nach kanonischem Recht.

736

Sturmi verlässt Fritzlar und gründet Hersfeld als Einsiedelei.

737, März 16 bis Apr. 30

Merowingerkönig Theuderich IV. stirbt, Karl Martell regiert jetzt ohne König.

737

Die fränkische Kirche geht vom victorinischen zum alexandrinisch-römischen Osterzyklus über.

737

Sachsenfeldzug von Karl Martell. Bischof Gerold von Mainz stirbt.

737

Karl Martell und die Langobarden unter Liutprand besiegen erneut die Araber in der Provence.

737/738

Im Sommer 737, dritte Romreise von Bonifatius mit Begleitung von Priester Gregor. Ernennung Bonifatius zum päpstlichen Missionslegaten für Germanien durch Papst Gregor III.

1te Romreise von Burkard. Bonifatius trifft wahrscheinlich 737 in Berceto, in der Lombardei, auf Burkard.

Folgende Hinweise sprechen dafür: 1. Verehrung Burkards in Berceto, in der Diözese Parma. 2. Der Priscillianus-Codex in Würzburg stammt aus Norditalien. 3. Hinweis „is est Lombardie“ in der jüngeren Vita Burkardi.

Bonifatius mit Burkard treffen in Rom auf Lullus, den er nach Thüringen, Ohrdruf, mitnimmt.

Quellen für diese Romreise von Burkard sind die Vita Burkardi 1 und 2. In der jüngeren Vita Burkardi wird sogar von einer Bischofsweihe von Burkard durch den Papst gesprochen.

Bonifatius erhält viele Reliquien und verbringt während der Rückreise einige Zeit beim Langobardenkönig Liutbrand in der Stadt Ticena.

738, Anfang

Brief 41 des Bonifatius aus Rom an die geliebten Söhne Geppan und Eoban, Tatwino und Wyigberto/Wigbert, über seine Aufnahme bei Papst Gregor III.

738

Wigbert, der 1te Abt von Kloster Fritzlar, stirbt.

Sein Namensvetter Wigbert ist gleichzeitig Priester im Kloster, er wird später nach Tatwin, der 3te Abt von Fritzlar. Quelle: Brief 40 des Bonifatius, keine Originaldatierung vorhanden, von Tangl fälschlicherweise auf 746-747 datiert.

738

Megingaud / Megingoz, später Abt von Neustadt am Main und Bischof von Würzburg, ist Diakon im Kloster Fritzlar. Quelle: Brief 40 des Bonifatius.

738, Frühjahr

Sachsenfeldzug und triumphaler Sieg von Karl Martell Lippe aufwärts, bis an die Weser. Bischof Gewilieb von Mainz tötet eigenhändig den Mann, der für den Tod seines Vaters, Bischof Gerold, verantwortlich war.

738 – 741

Lullus (* 705, + 786), später Bischof von Mainz, ist Mönch im Kloster Ohrdruf in Thüringen.

738 Sommer – Anfang 739

Bekehrung und Tauftätigkeit des Bonifatius in Sachsen.

Vor 738

Gründung des Frauenkloster Klein-Ochsenfurt (12. Jhd.: Hosenafurt) als Eigenkloster.

Um 738

Gründung des Frauenkloster Kitzingen als Eigenkloster durch Hadeloga (geb. 726), eine Tochter Karl Martells und Suanahild.

Um 738

Pippin III., schenkt Bonifatius in Rorinlacha, das spätere Neustadt am Main, ein Jagdschloss der Karolinger. Wahrscheinlich schenkte es Hausmeier Karl Martell. Burkhard gründet die 1te Klosterzelle in Rorinlacha auf dem Michaelsberg. Quelle: Fries Chronik.

739

Auf das Hilfegesuch des von den Langobarden bedrängten Papstes Gregor III., der ihn mit dem römischen 'Konsulat' (gemeint wohl Patriziat) auszeichnete, reagierte Karl Martell ausweichend: er war doch selbst im Sarazenenkampf von den Langobarden militärisch unterstützt worden und hatte seinen jüngeren Sohn Pippin 734/35 von König Liutprand adoptieren lassen. Der Papst wandte sich nicht an seinen bisherigen Schutzherrn den Kaiser Leo III. von Byzanz.

739

Neuorganisation der Bistümer Regensburg, Passau und Freising unter dem agilolfingischen Bayernherzog Odilo, dem Bruder von Karl Martells Frau Swanahild, mit Hilfe von Bonifatius. Vivilo, Bischof von Passau, wurde schon vorher von Papst Gregor III. geweiht.

739, Okt 29

Brief von Papst Gregor III. an Bonifatius. (Bonifatiusbrief Nr. 45; von Tangl fälschlicherweise auf 723 Okt. 29 datiert.)

Gregor III. benutzt hier im Einleitungssatz, wie in der Vita Bonifatii (Vita Prima), das Wort "coepiscopo".

1. Lob an Karl Martell bez. der Sachsenmissionierung im Jahre 738.

2. Lob an Bonifatius bez. der Organisation der bayerischen Kirche in 4 Sprengel.

Alle 4 Bischofssitze bestanden jedoch schon vorher.

Vivilo in Passau wurde als Bischof bestätigt, seine Bischofsweihe hat Vivilo ca. 731 in Rom durch Papst Gregor III. persönlich empfangen.

Mit Zustimmung des bayerischen Herzog (736-748, Jan. 18 ) Odilo wurden 3 bestehende Bischöfe durch Neue ersetzt und geweiht, Gaubald in Regensburg, Erembert in Freising und Johannes in Salzburg. Die neu organisierte bayerische Kirchenprovinz war politisch ein Bollwerk gegen das Machtstreben der Karolinger.

3. Rat bez. der Priesterweihe.

4. Rat wegen der Taufe.

5. Abhaltung einer Synode am Ufer der Donau.

6. Bonifatius erhält vom Papst keine Erlaubnis an einem Ort zu verweilen!

739, Nov 7

Willibrord stirbt am 7. November im Kloster Echternach.

739, Nov 30

Willibald, Mönch in Monte Cassino, trifft in Rom Papst Gregor III. Dieser kann Willibald für die Missionierung nördlich der Alpen unter Bonifatius gewinnen.

Um 738

Burkard ist im Brief 49 der Bonifatiusbriefe erwähnt.
Denehard, Lul und Burkard ersuchen um Gebetshilfe bei der Äbtissin Cuniburga, Kloster Wimbourne in England .

740 Apr 24

Willibald reist nach Ostern, auf Wunsch des Papstes, über Lucca, Pavia, Brescia und Garda, über die Alpen. Willibald verbringt eine Woche bei Herzog Odilo von Bayern und eine Woche bei dem Großen Suidger.

740

Der Edle Suitger und Willibald treffen Bonifatius in Lindhart, reisen dann allein nach Eichstätt, und treffen dann Bonifatius wieder in Freising. Zu dritt reist man dann wieder nach Eichstätt. Dort schenkt Suitger dem Bonifatius das Gebiet von "Eihstat" und Bonifatius das Gebiet weiter an Willibald.

740, Okt 22

Auf Rat des Bonifatius hin wird das Kloster Benediktbeuern gegründet.

Um 740 - 755

Bonifatius und Lioba gründen das Frauenkloster Tauberbischofsheim.

Vor 741 Okt 22

Thekla die Ältere wacht über die Einhaltung der Regeln im Kloster Kitzingen und im älteren Kloster (Klein-) Ochsenfurt.

741, Okt 21

Bonifatius weiht, wahrscheinlich mit Zustimmung von Karlmann I., unter Assistenz der Bischöfe Burkard / Burchhardo (Würzburg) und Bischof Witta (Büraburg) den Willibald in Sülzenbrücken (14 km südwestlich von Erfurt) zum Bischof (später von Eichstätt / Haegsted). Bei dieser Gelegenheit wird möglicherweise auch Adaelarius zum Bischof (später von Erfurt) geweiht.

Burkard und Witta sind schon als Bischöfe erwähnt !

741, Okt 22

Karl Martell stirbt im Oktober 741 in Quierzy und wird in St. Denis (Merowinger Hauskloster) begraben. Vor seinem Tod teilte Karl Martell das Reich unter seinen 3 Söhnen auf:

Karlmann I. (Regierungszeit 741-747) erhielt den Osten des Reiches mit Austrien, Schwaben und Thüringen.
Pippin III., der Jüngere, bekam mit Teilen von Neustrien, Burgund und der Provence die westlichen Landesteile zugesprochen.

Grifo (*um 726, +753, Pippin war beteiligt) stammte von Suanahild (Agilolfingerin) und bekam die Mitte, aus Teilen von Neustrien, Austrien und Burgund.

741, nach Okt 22

Bonifatius schreibt an den Majordomus Grifo, Bonifatiusbrief 48, und bittet ihn um Unterstützung und Schutz der Missionsarbeit in Thüringen.

Sicher schrieb er auch je einen Brief (verloren gegangen?) an Karlmann I. und Pippin III.

741, nach Okt 22

Heerfahrt Karlmanns und Pippins gegen Grifo, der von seinen Stiefbrüdern in Laon belagert, besiegt und dann inhaftiert wird. Suanahild wird in das Kloster Chelles bei Paris verwiesen.

742, Anfang

Bonifatius gründet die Bistümer Würzburg, Büraberg und Erfurt mit Zustimmung von Karlmann I.

Burkard wird der erste Bischof Würzburgs (741-754), von Karlmann I. (und Pippin III.) bestimmt. Burkard war vorher schon vorher Bischof.

Quelle: Dr. Heinrich Wagner, Würzburger Diözesan-Geschichtsblätter, 63. Band, 2003, Bistum Würzburg, Seite 17 bis 43, ISBN: 0342-3093.
Laut der Fries Chronik von 1546 war Burkard die erste Zeit als Bischof in Rorinlacha. Vielleicht passt das zur Bischofsweihe Burkards 738 in Rom?

741, Spätherbst

Wunnibald, der Bruder von Willibald, siedelt von Thüringen nach vorher eingeholter Genehmigung durch Herzog Odilo in den bayerischen Nordgau über.

741, Nov

Papst Gregor III. stirbt.

741, Dez 3/10

Papst Zacharias wird gewählt.

742

Würzburg wird von Karlmann I. durch großzügige Schenkungen unterstützt. Er schenkte unter anderem 25 Kirchen und die Marienkirche und das Kloster zu Karlburg.

741/42

Herzog Odilo gründet zusammen mit Pirmin das Kloster Niederaltaich. Heddo, Bischof von Straßburg, vermittelt 12 alemannische Mönche aus der Abtei Mittenzell auf der Reichenau am Bodensee.

742 - 752

Papst Zacharias forderte austrische Große aus dem Rhein-Main-Gebiet auf, Eigenkirchen und Eigenklöster zu gründen und das römische Kirchenrecht zu befolgen. Einer der Großen war Rocgo/Rocco, ein Mattone, ein Verwandter von Megingaud. Rocco, der Namensgeber von Rorinlacha?

742, Januar / Februar

Bonifatius schreibt an Papst Zacharias, Brief Nr. 50. Der Priester Denehard überbringt persönlich den Brief an den Papst.

Die sechs Inhalte sind:

1. Es wurden 3 neue Bischöfe, Sprengel und Städte von Bonifatius installiert: Wirzaburg, Buraburg und Erphesfurt. Bonifatius bittet den Papst dringend um Bestätigung.

2. Bonifatius wird von Karlmann I. beauftragt eine Synode in Austrien abzuhalten, Anweisung und Entscheidung vom Papst erbeten.

3. Rat bez. Verhalten von Geistlichen.

4. Bonifatius bittet um Rat wie er sich bez. Gregor von Pfalzel verhalten soll.

5. Bonifatius bittet über Rat in Ehefragen.

6. Rat bez. des heidnischen Neujahrfestes.

742, April 01

Papst Zacharias bestätigt im Brief 51 an Bonifatius folgende Punkte:

1. Bestätigung der 3 neuen Bischöfe, Sprengel und Städte, Papst hat jedoch Bedenken wegen der Größe der Städte.

2. Auf der geplanten Synode sollte das Verhalten der Geistlichen besprochen und definiert werden.

3. Bez. Gregor von Pfalzel: „Kein Nachfolger zu Deinen Lebzeiten, das lassen wir auf keinen Fall geschehen“.

4. Antwort bez. Ehefragen.

5. Antwort bez. dem Neujahrfest.

6. Hinweis, dass 3 separate Briefe mit Bestätigungsurkunden an die 3 neuen Bischöfe verschickt wurden.

7. Hinweis, dass ein separates Schreiben bez. der Synode an Karlmann erging.

742, April 01

Papst Zacharias bestätigt im Brief 52 dem Bischof Witta die Gründung des Bistums Büraburg. Die anderen beiden Schreiben an Burkard / Würzburg und an Adaelarius / Erfurt sind verschollen.

742, April 21

Erste austrische Synode: Concilium Germanicum unter Karlmann I. und Bonifatius. Nur für Bischöfe in Karlmanns Reich, ohne die bayerischen und alemannischen Bischöfe. Neben Bonifatius nahmen an der Synode noch sechs weitere Bischöfe teil: et Burghardum (Würzburg), et Regenfridum (Köln), et Wintanum (Büraburg), et Willibaldum (später Eichstätt), et Dadanum / Adaelarius (Erfurt), et Eddanum (Straßburg).

Quelle: Vita Willibaldi episcopi Eichstetensis, in Codex latinus Monacensis 1086.

Siehe Extra-Seite, Concilium Germanicum:

http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=254

742

Papst Zacharias trifft den Langobardenkönig Liutprand in Terni, den er bei dessen Krieg gegen Herzog Trasemund von Spoleto unterstützt hatte. Liutprand rückerstattet die 739 besetzten vier römischen Grenzfestungen und die römischen Patrimonien (Vermögen) an den Papst.

742, Oktober 01

Chrodegang wird durch Vermittlung Pippins, am Festtag des Reichsheiligen Remigius, zum Bischof von Metz erhoben.

743, Feb 16 -  März 3

Nach 6 Jahren ohne König wird der schwache Childerich III. von Karlmann I. und Pippin III. als Merowingerkönig eingesetzt. Ein taktischer Schachzug. Childerich III. ist verheiratet mit Gisela, der Schwester von Pippins späterer zweiten Frau Bertrada der Jüngeren !

743, März 01

2te austrische Synode zu Estinnes an der Sambre im Hennegau, für Karlmanns Herrschaftsgebiet. Bonifatius und Bischof Burkard nehmen teil. Beide Reichsteile, von Karlmann und Pippin, sollten neue Erzbischöfe erhalten. In Karlmanns Bereich Grimo in Rouen. In Pippins Bereich Abel in Reims und Ardobert in Sens.

Die Beschlüsse des Concilium Germanicum wurden bestätigt, wobei viele Punkte praxisnah modifiziert wurden. Die neuen Themen: Kampf gegen Ehebruch und Inzest sowie das Verbot christliche Sklaven an heidnische Herren zu geben.

Bischof Milo von Trier opponiert gegen Bonifatius.

743, Aug.

Hartbert / Ardobert von Sens übergibt Papst Zacharias das Schreiben von Bonifatius und ein Schreiben von Karlmann und eins von Pippin bez. der Ergebnisse der Synode von Estinnes.

743, Sommer

Odilo wurde mit seinem Verbündeten, dem Alemannenherzog Theudebald, den Sachsen und Slawen, von Pippin angegriffen und am Lech besiegt. Der Papst Zacharias nimmt vor dem Kampf durch einen Legaten (Sergius) für Odilo Partei. Odilo erhielt nur noch Bayern südlich der Donau und rechts vom Lech, während die Gebiete nördlich der Donau fränkisch wurden. Mit der Niederlage Odilos wurde auch sein bayerischer Sonderweg in Kirchenfragen beendet. Der Hausmeier Karlmann setzte in Salzburg mit Virgil einen Abt und Bischof karolingischen Vertrauens ein.

743 nach der Schlacht am Lech

Schreiben von Bonifatius an den Papst Zacharias. Der Inhalt: Falscher Priester in Bayern, der behauptete, dass er vom Papst zum Bischof bestellt wurde. (Wahrscheinlich der Priester Sergius)

743, Sept / Okt

Neues Schreiben von Bonifatius an den Papst Zacharias. Der Inhalt: 1. Nur Grimo sollte das Pallium erhalten (Grimo, vorher Abt von Corbie, war 739 Gesandter Karl Martells an die Kurie). 2. Vorwurf der Simonie an den Papst.

743, Nov. 5

Schreiben von Papst Zacharias an Bonifatius. Inhalt: 1. Verwunderung von Zacharias, dass nun nur Grimo das Pallium erhalten soll. 2. Zurückweisung des Vorwurfs der Simonie (Verkauf von kirchlichen Ämtern). 3. Vorgabe der Ausdehnung des Legatenamts des Bonifatius auf die gesamte fränkische Kirche. 4. Richtige Haltung des Bonifatius beim „falschen Priester in Bayern“.

Nach 743

Das Bistum Eichstätt, das jetzt fränkisch ist, wird mit Willibald als Bischof gegründet.

744, Jan.

Liutprand, König der Langobarden, stirbt.

744, März 01

Karlmann I. schenkt dem Bonifatius den Ort Eichloh an der Fulda samt dem umliegenden Königsgut.

744, März 03

Neustrische Synode in Soissons für Pippins Herrschaftsgebiet. Die Inhalte von Les Estinnes werden in eine praktikablere Form gebracht. Bonifatius nimmt teil.

744, März 12

Sturmius verlässt Hersfeld und gründet am 12. März 744 mit 12 Gefährten, zusammen mit Bonifatius, das Kloster Fulda am Ort „Eihloha“.

744, März / April

Schreiben von Bonifatius an den Papst Zacharias.

744, Okt 31

Schreiben von Papst Zacharias an Bonifatius. Der Inhalt:

1. Sorge wegen der Feinde von Bonifatius.

2. Bestätigung beim Vorgehen wegen der abtrünnigen Bischöfe Adelbert und Clemens.

3. Bestätigung beim Vorgehen wegen dem Metropolitansitz Köln für Bonifatius.

4. Je ein Schreiben an die beiden Hausmeier gemacht. Die Themen wurden von Bonifatius vorgegeben.

5. Rückgabe von Kirchengut nicht erreicht, aber trotzdem Dank.

745

Bischof Gewilieb vom Mainz (737-745) tritt kurz vor der gesamtfränkischen Synode zurück. Er erhält von Karlmann I. das Dörfchen Sponsheim an der Nahe und die Kirche zu Kempten bei Bingen.

745, Frühjahr

Gesamtfränkische Synode unter Vorsitz der beiden Hausmeier Karlmann I. und Pippin III., wahrscheinlich in Mainz. 1. Bonifatius stellte seinen Plan vor, eine Kirchenprovinz mit Köln als Metropolansitz zu schaffen. Beschluss trotz heftiger Gegnerschaft. 2. Bonifatius setzte auf der gemeinsamen Synode durch, dass die beiden Führer der Widerstandsbewegung, die Bischöfe Aldebert und Clemens, abgesetzt und der Klosterhaft übergeben wurden. Später werden sie wieder freigelassen. 3. Bischof Gewilieb von Mainz wird offiziell abgesetzt.

Der Priester Denehard geht zur Berichtserstattung nach Rom.

745, Jul 01

Schreiben von Papst Zacharias an Bonifatius. Der Papst gibt Virgilius (später Bischof von Salzburg) und Sidonius (später Bischof von Passau) Recht, sie hatten vorher einen Brief an den Papst geschrieben. Die Taufen, die von einem Priester in Bayern  durchgeführt wurden, der des Lateinischen völlig unkundig war, müssen nicht wiederholt werden. Bonifatius wollte, dass noch einmal getauft werden sollte. Der Papst ermahnte Bonifatius, nach den Schriften der Kirchenväter zu verfahren.

745, Herbst

Schreiben von Papst Zacharias an Geistliche und Laien im Frankenreich. Er dankt ihnen für die Synode und deren Maßnahmen. Er mahnt sie, dem Bonifatius auf dem Weg der Reformen zu folgen.

745

Gemeinsamer siegreicher Feldzug von Karlmann und Pippin gegen Aquitannien.

746

Gerichtstag von Cannstatt, die Alemannen werden von Karlmann I. ins Frankenreich integriert.

746, Ende

Unter Umgehung von Bonifatius schickte Pippin III. den Priester Ardobanius / Hardoharius / Hardhari (ab 757, der spätere Bischof Harthamus von Trier und Nachfolger von Milo) mit einem Katalog von 27 Fragen zum Kirchenrecht direkt an den Papst, die Zacharias am 5. Januar 747 ausführlich beantwortete.

Quelle: Tangl n.77 von 747 Jan 5

746 Ende / 747 Anfang

Bonifatius wollte Erzbischof von Köln werden, fränkische Große vereitelten seinen Plan. Das Bistum Köln geht an Agilolf, es wird kein Erzbistum.

Bonifatius  wurde Ende 746 oder Anfang 747 Bischof von Mainz (unter Bonifatius kein Erzbistum).

Ab 746 Ende / 747 Anfang

Aufhebung des Bistum Büraburg und des Bistum Erfurt durch Bonifatius und Integration in das Bistum Mainz. Der Beweis: Bischof Adalher (Dadanus) von Erfurt und Bischof Witta von Büraburg sind auf der austrischen Synode von März 747 nicht mehr erwähnt.

747

Herzog Odilo von Bayern überträgt das Bistum Salzburg dem Iren Feirgil / Virgilius

747, Jan 5

Schreiben von Papst Zacharias an Bonifatius. Aufforderung an Bonifatius, die von Pippin geplante Synode zu besuchen, in der die kanonischen Weisungen (Antwort auf die 27 Fragen) publiziert und die Angelegenheit der drei ketzerischen Bischöfe (Aldebert, Godalsacius und Clemens) behandelt werden soll.

747, März

Konzil im Teilreich Austrien von Karlmann. Bonifatius und 13 Bischöfe, darunter Bischof Burkard von Würzburg und Bischof Agilolf von Köln, nahmen teil.

Quelle: Teilnehmer in Brief 82 des Bonifatius aufgelistet.

747, Frühjahr

Sturmi geht mit zwei fuldischen Mönchen für ein Jahr nach Rom, in die „Tuscia provincia“, oder auch noch nach Monte Cassino.

747, Mai 01

Burkard übergibt die Oboedienzerklärung vom Konzil in Karlmanns Teilreich dem Papst Zacharias (741-752) in Rom. 2te Romreise von Burkard!

747, Mai

Dankesschreiben wegen der Synode in Austrien von Papst Zacharias, an:

1. die 13 fränkischen Bischöfe und die Mahnung, den Anordnungen des Bonifatius Folge zu leisten.

2. Bonifatius

747, nach Aug 15

Karlmann I. dankt ab, oder wird vielleicht von Pippin III. abgesetzt. Karlmann ist am 15. August 747 letztmals im Amt bezeugt. Er wird später Benediktinermönch im italienischen Kloster Montecasino.

Karlmanns Sohn Drogo war 748 als Hausmeier in Austrien bezeugt. Pippin III. der Jüngere (Vater von Karl den Großen) wird dann Hausmeier in Neustrien und Austrien. Er ignorierte den Anspruch von Karlmanns Sohn Drogo.

747 Herbst / Okt

Lul überbringt den Brief von Bonifatius (n.86) in Rom.

1. Bericht über die Verschleppung der Pallienfrage und 2. über die Gründung des Klosters Fulda (744). Bonifatius zeigt sich über die Resignation Karlmanns informiert.

747, Nov 04

Zacharias antwortet auf Brief 86 mit Brief 87.

747, Nov 04

Papst Zacharias erhebt im Brief 88 das Bistum Mainz zum Erzbistum. Das wurde nicht rechtskräftig!

747, Nov 04

Papst Zacharias nimmt im Brief 89 das Kloster Fulda in den päpstlichen Schutz.

747, Nov 04

Theophylakt, Archidiakon der römischen Kirche, im Brief 91 an Bonifatius: 1. Glückwünsche zu seinen Bekehrungserfolgen, 2. Empfehlung des Priester Lul.

747 Ende / 748 Anfang

Brief n.79: Ein Unbekannter an Andhunus, ob Bonifatius zu der Synode des Herzogs der westlichen Provinzen (Pippin III.) abgereist ist oder zu Karlmanns Sohn (Grifo).

748

Bischof Chrodegang von Metz, der Widersacher von Bonifatius, gründet das Kloster Gorze als Musterkloster.

748 Jan 18

Herzog Odilo von Bayern stirbt.

748 Frühjahr

Siegreicher Feldzug Pippins gegen Grifo, der sich mit den Sachsen verbündet hat. Grifo flieht nach Bayern und reißt dort die Macht an sich. Er verdrängt den rechtmäßigen Erben, Tassilo III. Quelle: BM2 30 n.57d.

748, April 02

Geburt Karl des Großen.

748 Herbst

Auf der Heimreise von Rom nach Fulda, erkrankt Sturmi und wird im Frauenkloster Kitzingen vier Wochen lang gesund gepflegt.

749 Frühjahr

Pippin besiegt Grifo in Bayern und setzt Tassilo III., seinen ca. 8-jährigen Neffen, wieder als Herzog in Bayern ein. Quelle: BM2 30 n.57e.

750

Die Konstantinsche Schenkung ist gefälscht!

Dass Konstantin der Große, Rom den Vorrang über alle Kirchen gegeben haben soll und dem Papst die Herrschaft über Rom, ist nicht wahr.

750 / 751

Abt Fulrad vom Kloster St. Denis, ein Westfranke und Bischof Burkhard, ein Ostfranke, gehen mit Zustimmung der Reichsversammlung nach Rom und holen die Zustimmung vom Papst Zacharias den Merowingerkönig Childerich III. als König abzusetzen. Die 3te Romreise von Burkard!

751 Nov 04

Bonifatius erwirkte von Papst Zacharias das Zachariasprivileg für das Kloster Fulda. Es diente zum Schutz des Klosters vor unerbetenen Eingriffen kirchlicher Amtsträger. Vorher, seit 744, war Fulda dem Bistum Mainz unterstellt.

751 November

November, Pippin der Jüngere wurde von der Reichsversammlung in Soissons zum König der Franken gewählt und von fränkischen Bischöfen (Chrodegang von Metz?), nicht von Bonifatius,  gesalbt. Quelle: BM2 30 n.64a.

Die Merowinger werden als fränkische Könige abgesetzt. König Childerich III. wurde geschoren und musste in das Kloster Sithiu (in Saint Omer, Frankreich, süd-östlich Calais). Er starb dort 752 oder 753. Von seinem Sohn Theoderich hörte man nichts mehr.

751 / 752

Pippin III., nicht Karlmann I., stattet das Bistum Würzburg mit dem Zehnten aus 17 ostfränkischen Gauen und mit dem Zehnten von 26 Königskirchen aus. Zusätzlich verlieh Pippin III. dem Bistum Würzburg die Immunität.

751 / 752

Gründung des Klosters Heidenheim, Landkreis Gunzenhausen, durch Willibald und Wunibald.

752, März 15

Papst Zacharias stirbt.

752, um März 20

Papst Stephan II., der älteste Presbyter wird zum Papst gewählt. Am 4. Tag nach seiner Amtseinführung, vor seiner Weihe, starb er in Folge eines Schlaganfalls. Er wurde nicht in die Papstliste aufgenommen.

752, März 26

Papst Stephan II. (III) wird zum Papst gewählt, er stirbt am 26. April 757

752, Herbst

Bonifatius begrüßt den neuen Papst Stephan II. Er entschuldigt die verspätete Begrüßung, da er mit der Wiederherstellung von mehr als 30 Kirchen beschäftigt war, die 752 von den Sachsen zerstört wurden. Brief n.91.

752 / 753

Bonifatius bittet Abt Fulrad von St. Denis, ihn bei König Pippin zu unterstützen, dass der Chorbischof Lul zu seinem Nachfolger in Mainz bestellt wird.

753 vor Mai

Dank von Bonifatius an König Pippin im Brief n.107 wegen seiner Bitte bez. Lul in Brief n.93. Anfrage wegen einer beabsichtigten Hofreise.

753 Mai 23

König Pippin bestätigt in Verberie (im Norden vom heutigen Frankreich), auf Bitten von Bonifatius, der Kirche des hl. Martin zu Utrecht den von Pippin II., Karl Martell und Karlmann geschenkten Besitz. Quelle: DKar I 4; BM2 33 f. n.70.

Bonifatius ist wahrscheinlich bei Pippin in der Pfalz Verberie.

753 nach Mai

Bonifatius dankt als Bischof in Mainz ab. Lullus wird Bischof von Mainz.

753 vor Aug 08

Bonifatius an Papst Stephan II. wegen des Streites mit Köln um das Bistum Utrecht. Brief n.109.

753, Aug 08

Bischof Hildegar von Köln stirbt auf dem Sachsenfeldzug von Pippin. Dessen Tod ermöglicht erst die Ernennung Bonifatius zum Bischof von Utrecht. Quelle: BM2 35 n.73a.

753, nach Aug 08

Bonifatius wird Bischof von Utrecht. Erwähnt in der Quelle: Undatierte DKar I 5.

753 Sommer

Im Auftrag des Königs und des ganzen fränkischen Adels reiste Chrodegang 753 nach Rom, um Papst Stephan II. zu den folgenreichen Verhandlungen mit dem Franken-König und zu dessen Salbung über die Alpen zu geleiten.

753, Nov 03

Pirmin stirbt.

754, Januar 06

Pippin III. empfängt Papst Stephan II. am Epiphanias-Tag in der Pfalz in Ponthion. Papst Stephan bleibt das ganze Jahr 754 bis Anfang 755 im Frankenreich.

754 Anfang

Anfang 754, Bischof Burkard dankt ab und geht mit 6 von seinen Mönchen nach Homburg und will in Michilstat ein Kloster bauen. Michilstat könnte eine Wüstung bei Homburg am Main gewesen sein, sicher nicht Michelstadt im Odenwald.

754 Feb / März

Megingaud, ein Mattone und laut Fries ein geborener Graf zu Rothenburg, wird auf Bitten von Burkard  von Pippin III. zum Bischof von Würzburg benannt (754 – 769) und von Bonifatius geweiht. Gleichzeitig war Megingaud noch Abt der Klosterzelle Rorinlacha.

754 Anfang

Bonifatius beriet sich im zehnten Jahr, nachdem er „ad sanctum locum“, nämlich nach Fulda gekommen war – dies betrifft den Zeitraum zwischen Mai 753 und Mai 754 – mit dem König und ging [dann] nach Friesland, um erneut in der Friesenmission tätig zu werden.

Quelle: Aus der „Vita Sturmii“ des Eigil.

Bestimmt trifft er auch den Papst Stephan II. Möglicherweise erwirkt Bonifatius als Bischof von Utrecht bei diesem Treffen das undatierte DKar I 5 für Utrecht.

754, April 14

Auf einer Reichsversammlung am Ostern in Quierzy bei Laon verpflichteten sich Pippin III. und seine Söhne Karl und Karlmann zur Pippinschen Schenkung. Pippin III versprach dem Papst, ihm das ehemalige Exarchat von Ravenna (heutige italienische Provinz) zurückzugeben. Dieser Bereich stand unter oströmischer Herrschaft und wurde im Jahr 751 von den Langobarden erobert. Es war also weniger eine Schenkung Pippins, als viel mehr ein Versprechen, Krieg gegen die Langobarden zu führen.
Rechtsgrundlage war die von der päpstlichen Kanzlei gefälschte so genannte Konstantinsche Schenkung.

Als Gegenleistung legitimierte der Papst die Karolinger als Könige des Frankenreichs.

Pippins führte 2 Feldzüge gegen die Langobarden, im August 754 und Frühjahr 756, und schenkte die eroberten Gebiete dem Papst. Dadurch entstand aufgrund einer gefälschten Urkunde (die konstantinsche Schenkung) der erste Kirchenstaat.

754 Sommer

Bonifatius bestellt Eoba zum Bischof von Utrecht. Quelle: Heinrich Wagner.

754 Sommer

Lul reist zu Pippin an den Hof.

754, Juli 28

Pippin wird von Papst Stephan II. in St. Denis, im alten Hauskloster der Merowinger, als König bestätigt. Er und seine beiden Söhne, Karl und Karlmann II. wurden vom Papst mit heiligem Öl gesalbt und erkannten damit die geistige Herrschaft des Papstes an.
Pippinsche Schenkung: Pippin versprach dem Papst die Rückgabe der weggenommenen Gebiete. Kirchenstaat von 754 bis 1870.
Der Papst übertrug Pippin und seinen Nachkommen die Aufgabe als Schirmherren des hl. Stuhles mit den Titel >patricius Romanorum<.

754, Juni / Juli

Karlmann I. reist ins Frankenreich zu seinem Bruder Pippin III., um ein Bündnis zwischen Papst Stephan II. und Pippin gegen die Langobarden zu verhindern. Er pocht auch auf die Ansprüche seines Sohnes Drogo. Das Unternehmen scheiterte und Karlmann wurde von Pippin III., in Absprache mit dem Papst, im Kloster Vienne festgehalten, wo er am 17.8.754 in der „Obhut“ seiner Schwägerin Bertrada, starb.

Karlmanns Söhne wurden tonsuriert (in den geistlichen Stand gesetzt), ins Kloster verbannt und damit ihrer Erbrechte beraubt. Quellen: Annales Petaviani, Mosellani und Laureshamenses.

755 ließ Pippin die sterblichen Überreste von Karlmann nach Monte Cassino bringen.

754 Ende

Bonifatius kehrte nach langer Zeit (à Ende 754) wohlbehalten aus Friesland zu „seinen Kirchen“ in der „Germania“ zurück und begab sich im folgenden Jahr (à 755) wiederum nach Friesland, wo er das Martyrium erlitt.

Quelle: Aus der Vita Bonifatii des Willibald (Vita prima).

Wenn schon der Papst im Frankenreich war, versuchte Bonifatius bestimmt, sich mit Papst Stephan II. zu treffen.

754/55 Winter

Bonifatius überwintert in Germania. Quelle: Vita Sturmi c.15 (Engelbert 147 f.)

754/55 Winter

Papst Stephan II. bleibt über dem Winter im Frankenreich.

Quelle: Annales regni Francorum von Einhard.

Wenn Bonifatius 754 gestorben wäre, hätte der Papst bestimmt an der Bestattung in Fulda teilgenommen und dieses Ereignis wäre sicherlich dokumentiert.

755 Feb 02

Burkhard stirbt im 40. Jahr als Priester (Vita Burkardi) in Hohenburg, heutiges Homburg. Megingaud lässt den Leichnam nach Würzburg bringen.

755, Juni 05

Bonifatius wird am 5. Juni 755, nicht 754, im Alter von fast 82 Jahren in Friesland bei Dokkum, zusammen mit Eoba dem Bischof von Utrecht und dem Priester Adalher (nicht der Bischof Adalher von Erfurt!), ermordet. In seinem Testament hat er ausdrücklich verfügt, er wolle nicht in Mainz oder Utrecht, sondern in seinem Lieblingskloster Fulda beerdigt werden.

Quelle: Aus der Vita Bonifatii des Willibald (Vita primo).

755, Juli 11

Synode in der königlichen Pfalz Ver an der Oise. In Gegenwart Pippins wurden die wichtigsten Bestimmungen über das rechte Verhältnis zwischen Priestern, Chorbischöfen und Metropoliten nach dem Tode des Bonifatius noch einmal schriftlich festgehalten.

Nach 755

Nach dem Tod von Bonifatius kam es zwischen Lul und Sturmi zu einem erbitterten Streit um das Kloster Fulda.

763

Pippin setzt Sturmi als Abt von Kloster Fulda nach Verleumdungen ab und verbannt ihn in die Abtei Jumieges. Lul bekommt das Kloster Fulda von Pippin geschenkt. Lul setzt seinen Gefolgsmann den Presbyter Markus als Abt von Kloster Fulda ein, der jedoch am passiven Widerstand der Mönche scheiterte. In einer späteren freien Abtwahl wurde der Konventuale Prezzold der Abt von Kloster Fulda.

765

König Pippin III. begnadigt Sturmi und setzt ihn wieder als Abt in Fulda ein. Das Kloster erhielt das Zachariasprivileg zurück und wurde jetzt unter Königsschutz gestellt, Fulda wurde zur Reichsabtei.

 

Quellen:

Vita Bonifati von Willibald.

Die Briefe des Bonifatius.

Bonifatiusstudien, Dr. Heinrich Wagner.

BM2 = s. Böhmer-Mühlbacher im QLV

 

 

Weitere Informationen über Bonifatius auf dieser Homepage:

 

Die Viten über Bonifatius:

http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=259

 

Die Briefe des Bonifatius und Lullus:

http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=267

 

Die Vita Bonifatii Auctore Willibaldo:

http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=269

 

 

 

 

 

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