Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
2007
Das Wappen der Grafen von Abenberg
   

Abt und Bischof
Reginhard von Abenberg-Frensdorf. Gemalt 1754 – 1759, Äbtetäfelchen Bronnbach. Vorlage Main-Tauber-Kreis.
  Reginhard von Abenberg 

Erstellt am 01. 09. 2007, ergänzt am 05.09.2007

 


Fakten über Reginhard von Abenberg:

  • Geboren um 1120
  • Abt der Cellula Abenberg, bis 1150.
  • Abt Zisterzienser-Kloster Bronnbach, 1151 bis 1166.
  • Abt / Administrator vom Benediktiner-Kloster Neustadt am Main, 1166/67 bis 1182.
  • Bischof von Würzburg, 1171 bis 1186, kanonisch gültig ab 1177.
  • Gestorben 1186. 

 

Reginhard entstammt der Familie der Grafen von Abenberg-Frensdorf, die mit den Grafen von Wertheim und Grafen von Henneberg sehr eng verwandt waren. Laut G. Franz waren sie die Ahnen des preußischen Könighauses und der Fürsten von Hohenzollern.

Die Grafen von Abenberg wurden um 1020 erstmals erwähnt.

 

Reginhards Vater war Graf Wolfram von Abenberg (erwähnt 1045 als Bamberger Hochstiftsvogt) und Reginhards Bruder war Graf Rabato von Abenberg. Rabato von Abenberg ist 1168 mit seinem Sohn Friedrich in einer kaiserlichen Urkunde aus Würzburg erwähnt.

Hermann von Stahleck-Höchstadt, ein Schwager von König Konrad III. (+1152) war cognatisch mit den Abenberger verwandt. König Konrad III. war der Onkel zu Friedrich Barbarossa.

Ebenso Graf Wolfram von Wertheim, der Stifter der Zisterze Bildhausen im Jahr 1156 und Mitgründer der Zisterze Bronnbach 1151, war mit den Grafen von Abenberg cognatisch verwandt. Die, laut Kloster Bronnbach, ersten Gründer des Kloster Bronnbach sind Beringer von Gamburg, Billung von Lindenfels, Sigebold von Zimmern, Erlebold und Tragebodo von Krensheim.

Von 1072 bis 1200 waren die Abenberger die Schirm- und Schutzvögte von Bamberg sowie der Klöster Banz und Theres.

1132 haben sie die Voraussetzung geschaffen für die Stiftung des Zisterzienser-Kloster Heilsbronn in dem Rabato von Abenberg bis 1150 Abt war.

1189 bis 1190 nimmt Graf Friedrich II. von Abenberg am dritten Kreuzzug unter Kaiser Barbarossa teil und stirbt um 1200. Mit ihm erlischt das Abenberger Geschlecht im Mannesstamm.

 

Bis Mai 1150 war Reginhard Abt der Cellula Abenberg, die sein Vater Wolfram von Abenberg um 1110 bis 1115 gründete. Die Cellula wurde 1150 von der Eichstätter Äbteversammlung unter Leitung von Bischof Burkard von Eichstätt aufgelöst. Burkard selbst wurde 1153 von Barbarossa als Bischof abgesetzt.

Auf der gleichen Versammlung wurden Reginhard und sein Bruder Rabato wegen Simonie und Unsittlichkeit angeklagt. Diese Untersuchung leitete Octavian von St. Cecilia, der dann später von 1159 bis 1164 der von der kaiserlichen Partei aufgestellte Gegenpapst Viktor IV., zu Papst Alexander III., war. Die Untersuchungen hatten keine Schuldbeweise erbracht.

 

Am 11. Januar 1152 erhält Abt Reginhard, auf Vorschlag von Abt Adam vom Zisterzienserkloster Ebrach und wahrscheinlich auch von dem Abt des Zisterzienserklosters aus Waldsassen, das große Schutzprivileg Papst Eugens III. für Bronnbach, das mit der Aufzählung der Fundationsgüter praktisch das Gründungsprivileg der Abtei ist. Der Gründungskonvent, sonst bei den Zisterziensern üblich, wurde nicht von der Mutterabtei Maulbronn gestellt sondern vom Kloster Waldsassen. Dies führte in der Folgezeit zu Problemen, da Reginhard dem Abt von Maulbronn wiederholt den Gehorsam verweigerte. Ebrach, gegründet 1127, und Waldsassen, gegründet 1133, wurden übrigens auch von der Familie bzw. den Verwandten der Grafen von Abenberg gestiftet.

Reginhard und sein Bronnbacher Konvent hielten zum Kaiser. Reginhard wurde wie alle Anhänger Friedrich Barbarossas (1152-1190) und Viktors IV. von Alexander III. mit dem Bann belegt und in heftige Konflikte gebracht.

 

1155, Fehde (bellum) zwischen dem Mainzer Erzbischof Arnold von Selenhofen und dem Pfalzgrafen Hermann von Stahleck.

 

25. Dezember 1155, Erzbischof Arnold von Selenhofen und Pfalzgraf Hermann von Stahleck werden von Barbarossa mit der Ehrenstrafe zum Hundetragen verurteilt.

 

Am 6. April 1157 verbietet Kaiser Friedrich I. Barbarossa die Mainzölle von Bamberg bis Mainz außer bei Neustadt/Main, Aschaffenburg und Frankfurt gemäß dem Urteil des am 2. Oktober 1156 verstorbenen Pfalzgrafen Hermann 3. von Stahleck, einem Verwandten von Reginhard von Abenberg.

Hermann wurde 1156 im Kloster Bildhausen begraben.

 

Der Förderer und eigentlicher Gründer von Bronnbach war Erzbischof Arnold von Mainz. Er ermöglichte die Verlegung des Klosters in das Taubertal indem er dem Kloster das Gelände überließ. Am 16. Mai 1157 wurde der Grundstein für die Kirche und das Kloster im Tal der Tauber gelegt (Urkunde von Arnold von Selenhofen im Staatsarchiv Wertheim). Zur dauernden Sicherung des Mainzer Einflusses und des eigenen Gedächtnis bestimmte Erzbischof Arnold die Abtei im Taubertal als sein Grabgelege. Auch die benachbarte Gamburg diente diesem Interesse.

 

Arnold von Selenhofen, wird am 24. Juni 1160 von der Mainzer Oberschicht ermordet, er war seit 1153 Bischof von Mainz.

 

Das Generalkapitel der Zisterzienser hat im September 1161 in Citeaux die Partei Alexanders III. ergriffen und den deutschen Ordensklöstern jegliche Unterstützung des Kaisers verboten. Dieser drohte daraufhin, die Zisterzienser aus dem Reiche auszuweisen.

 

Nach dem Tod des Gegenpapst Viktor IV. am 20. April 1164, erhielt Reginhard ein Exemtionsprivileg (= direkt dem Papst unterstellt) von Papst Alexander III.

 

Auf dem Wüzburger Hoftag, Pfingsten 1165 (23. Mai), leistete jedoch Reginhard den von Friedrich I. verlangten Eid. Er kannte den neuen Gegenpapst Paschalis III. an.

 

Reginhard erhielt als Lohn für den Eid am 14. Juni 1165, das große Privileg des Kaisers.

 

Der Abt von Maulbronn drängte Reginhard zum Rücktritt, jedoch musste er sich erst das Vorgehen aus Ebrach und Waldsassen absegnen lassen. Reginhard tritt 1166 als Abt von Bronnbach zurück. Die Mutterabtei Maulbronn nahm nun unangefochten seine Rechte in Bronnbach war. Neuer Abt wurde Wigand aus Maulbronn. Der 3te Abt war aber wieder ein Graf von Abenberg, Eberold von Abenberg, 1178-1188.

 

1166/67 wird Reginhard Abt bzw. Administrator vom Benediktiner-Kloster Neustadt am Main, obwohl er vorher Abt eines Zisterzienserkloster war. Der Kaiser belohnte seinen treuen Anhänger Reginhard  und festigte damit zugleich mit dem Stützpunkt Neustadt die alte Königsmacht im Kernland Franken.

 

Friedrich Barbarossa bestätigt im Juli 1168 dem Würzburger Bischof Gebhard von Henneberg, auch Herold genannt und mit Reginhard verwandt, in der so genannten „Gülden Freyheit“ die Sonderstellung der Würzburger Bischöfe als Herzöge von Franken im mainfränkischen Reich.

 

1171 nach dem Tod von Bischof Gebhard, wird Reginhard zum Bischof von Würzburg gewählt, bzw. von Kaiser Barbarossa vorgeschlagen.

 

Das auf den Namen Otto III. und das Jahr 993 gefälschte Diplom (laut Stengel im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts erstellt), in dem der König dem Kloster Neustadt deswegen einen Ehrenvorrang unter den Würzburger Klöstern zuerkannte, weil zwei Äbte, nämlich Megingoz und Gozbald, auch Bischöfe von Würzburg gewesen seien, kann laut Dr. Heinrich Wagner nur mit Hilfe des echten Diploms DO III angefertigt worden sein. Dieses aber befand sich im bischöflichen Archiv, zu dem die Neustädter sicher keinen Zugang hatten.

Reginhard wird also aus welchen Gründen auch immer – die Fälschung ermöglicht haben, die dem Abt von Neustadt den ersten Platz unter den Klöstern des Bistum einräumte. Vermutlich hat sogar ein bischöflicher Schreiber hilfreich zur Seite gestanden.

 

Kanonisch gültig zum Bischof geweiht wurde Reginhard erst 1177 nach dem Frieden von Venedig. Kaiser Friedrich Barbarossa I. und Papst Alexander III. beendeten mit diesem Friedensschluss das so genannte alexandrinische Schisma (1159-1177)

 

Januar 1180, Reichstag in Würzburg, an dem die Acht über Herzog Heinrich dem Löwen verkündet wird.

Im Sommer 1180 nimmt Bischof Reginhard am Feldzug gegen die Welfen nach Sachsen teil.

 

Laut Lorenz Fries reiste Reginhard im Frühjahr 1181 nach Rom zu Papst Lucius III., dem Nachfolger von Papst Alexander III., bestimmt im Auftrag von Kaiser Friedrich I.

 

1182, Reginhard tritt als Abt / Administrator von Neustadt zurück.

 

1183 nennt das Urbar B fol. 27 v (Staatsarchiv Wertheim) den neuen Abt Hohold, genannt im Neustädter Nekrolog zum 1. Oktober.

 

Pfingsten 1184 nimmt Reginhard am kaiserlichen Hoftag in Mainz teil.

 

1186 stirbt Reginhard von Abenberg.

In vielen Urkunden bediente er sich, laut Fries, des Titels: „Reginhard von Gottes Gnaden ein demütiger Verwalter der Kirche zu Würzburg“.

Sein Nachfolger als Bischof war Gottfried I. von Spitzberg-Helfenstein, er soll laut Fries vorher Dompropst und der Kanzler Kaisers Friedrich I. gewesen sein.

 

 

 

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