Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Der aktuelle Bischof
Bischof Dr. Friedhelm Hofmann von Würzburg
  Die Liste der Bischöfe von Würzburg 

Erstellt am 06.03.2006, zuletzt korrigiert am 30.03.2013 

 

Die Liste der Bischöfe von Würzburg von Burkard bis Heute

Die hier angegebenen Daten weichen stellenweise stark von der Liste der Würzburger Bischöfe auf der Homepage des Bistum Würzburg ab.

 

Benutzte Quellen:

Heinrich Wagner (WDGB Band 65, 2003 Seite 17 bis 43),

www.genealogie-mittelalter.de,

www.bistum-wuerzburg.de,

Lexikon des Mittelalters,

Würzburger Chronik von Lorenz Fries

und Informationen von Klaus Weyer.

 

 

1. Hl. Burkhard, Burkard

Ein gebürtiger Engländer und Schüler des Bonifatius. Ab 738 Abt der Klosterzelle Rorlach auf dem Michaelsberg (heutiges Neustadt am Main). Ernannt zum Bischof von Würzburg und konsekriert Anfang 742. Als Bischof schon 738 in Rom geweiht. Resigniert 754. Gestorben am 2. Februar 755 in Homburg am Main (nicht 753, 754 in Würzburg oder in Italien!).

 

2. Hl. Megingaud

Aus dem Stamm der Mattonen, aus der auch Fastrade, die 4. Frau von Kaiser Karl d. Großen, stammt. Laut Lorenz Fries, Graf von Rothenburg. Mönch im Kloster Fritzlar und dort Kontakt zu Bonifatius und Lullus. Ab 742 Abt der Klosterzelle Rorlach, Klosterbau an der alten Statt im Tal von Neustadt am Main. Ernannt und konsekriert als Bischof von Würzburg im Jahre 754. Als Bischof geweiht von Bonifatius. Resigniert 769. Ab 772 Klostergründung an der Neuen Stat und ab 781 Abt im Kloster an der neuen Statt in Neustadt am Main. Gestorben am 26. September 783 in Neustadt am Main (nicht 794 und nicht in Würzburg!).

 

3. Berowelf
Mönch aus dem Andreaskloster Würzburg. Von Megingaud zum Bischof von Würzburg vorgeschlagen, danach bekämpfte er Megingaud. Ernannt und konsekriert im März 769. Gestorben am 29. September 794 (nicht 800!).

 

4. Gumbert
Ernannt als Bischof Ende 794. Stirbt als Elekt am 11. März 795.

 

5. Liutrit
Kaiser Karl d. Großen ernannt wahrscheinlich 795 seinen Kaplan Liutrit als Bischof von Würzburg. Ab 795 auch Abt vom Kloster Neustadt. Gestorben am 27. Fe
bruar 802.

 

6. Egilwart
Ernannt zum Bischof am 7. Mai 802. Gestorben am 23. (24.?) April 810.

 

7. Wolfgar, Wolfger
Ernannt 810, gestorben am 12. November 832.

 

8. Hunbert, Humbert
Ernannt 833. Hunbert weihte am 30. Oktober 841 die von dem Abt von Neustadt, Gozbald, neuerbaute Kirche zu Ochsenfurt ein. Gestorben am 9. März 842.

 

9. Gotwald, Gotebaldus, Gozwald, Gozbald
Ein Mattone, laut Lorenz Fries mit Megingaud verwandt. Ab 829 Abt von Kloster Neustadt. Später auch Abt von Kloster Niederalteich. Ernannt als Bischof 842 von König Ludwig II., der Deutsche. Erzkanzler von König Ludwig den Deutschen. Gestorben am 20. September 855.

 

10. Arn
Ein Schüler von Gotwald. Ernannt 855. Er war ein großer Feldherr und stand bei den Karolingern von Ludwig II. bis Arnulf von Kärnten in einem sehr hohen Ansehen. Ermordet am 13. Juli 892 in einem kaiserlichen Heereslager.

 

11. Rudolf I.
Ein Graf zu Franken und Hessen, ein Konradiner. Mutter: Wahrscheinlich vom Stamme der Welfen. Onkel: Berthold, Erzbischof von Trier ca. 835 - nach 879. Onkel: Waldo, Abt von St. Maximin in Trier, ca. 825/30 - nach 879. Er war der jüngere Bruder Konrads des Älteren und des späteren Herzogs von Lothringen Gebhard, und damit einer der wenigen Verwandten des Kaisers Arnulf und dessen Sohn Ludwig das Kind. Rudolf wurde 892 zum Bischof von Würzburg ernannt. Die Konradiner schalteten 906 die fränkischen Babenberger aus, die Babenberger verloren den fränkischen Besitz und Konrad der Ältere wurde dessen Nachfolger. Rudolf fiel am 3. August 908 in Thüringen im Kampf gegen die Ungarn.

 

12. Dietho, Diet, Diot
Wahrscheinlich ein Mattone oder Graf von Castell. Laut Fries vorher Mönch im Kloster Neustadt. Ernannt als Bischof 908. Gleichzeitig Abt von Kloster Neustadt. Im Jahre 910 zerstörten die Ungarn den Dom in Würzburg. Gestorben am 15. November 931.

 

13. Burkhard II.
War laut Fries vorher Abt von Hirschau. Kloster Hirschau und Neustadt standen im engen Kontakt. Ernannt wahrscheinlich 932 von Kaiser Heinrich. Gestorben am 24. März 941.

 

14. Poppo I., Popo
Graf von Henneberg. Ernannt 941, gestorben am 14. oder 15. Februar 961.

 

15. Poppo II., Popo
Graf von Henneberg. Ernannt 961, gestorben am 22. (23.?) Juli 983.

 

16. Haug, Hugo,
Laut Fries ein geborner Freiherr von Franken und einige Jahre Hofkaplan Kaiser Otto II. Ernannt 983. Bischof Haug nahm zwischen Mainz und Würzburg (Neustadt?) 2 Grafen von Castell, Dietrich und Wilhelm, gefangen. Es waren die heftigsten Widersacher von Kaiser Otto III. Dieser ließ beide in Würzburg öffentlich enthaupten. Haug ist am 29. August 990 gestorben.

 

17. Bernward, Bernwart
Mattone, Sohn des Grafen Reichart von Rothenburg. Wurde laut Fries in der Klosterschule zu Hirsau erzogen, wo er auch Mönch war. Anschließend berief Ihn Bischof Haug als Prior in das Andreas-Kloster nach Würzburg. Ernannt als Bischof (gewählt?) 990, gestorben am 20. September 995.

 

18. Heinrich I.
Mattone, Brudersohn von Bernwart. Gewählt (Ernannt?) 995/96, gestorben am 14. November 1018.

 

19. Meginhard I.
Mattone. Ernannt 1018 (1019?), gestorben am 22. März 1034.

 

20. Hl. Bruno
Bruno wurde um 1005 als Sohn des Herzogs Konrad I. von Kärnten geboren, sein Onkel war der Salierkaiser Konrad II. Am 14. April 1034 wurde Bruno zum Bischof von Würzburg geweiht. Am 27. Mai 1045 Ungarn ist er in Persenbeug nahe Ybbs (Ungarn) an den Folgen des Unfalls gestorben.

 

21. Hl. Adalbero
Ernannt 1045 von König Heinrich III. Mit den benediktinischen Reformern in Cluny, Gorze und Hirsau hatte er enge Kontakte. Im Investiturstreit schlug sich Adalbero mit allen Konsequenzen auf die Seite von Papst Gregor VII. und bezog damit Position gegen König Heinrich IV. Mit anderen Fürsten rief Adalbero 1077 Herzog Rudolf von Rheinfelden zum neuen König aus. Doch die Würzburger Bürger waren König Heinrich treu geblieben und verhinderten Adalberos Rückkehr in die Stadt. Vermittlungsangebote lehnte Adalbero ab. Im Frühjahr 1085 wurde er von der Mainzer Synode für abgesetzt erklärt und musste in die Verbannung gehen. Gestorben am 6. Oktober 1090.

 

22. Meginhard II.
Mattone. Kaiserlicher Gegenbischof zu Adalbero. Ernannt 1085, gestorben am 20. Juli 1088.

 

23. Emehard
Mattone. Ernannt 1089, gestorben am 27. Fe
bruar 1105,

 

24. Rupert
Gegenbischof Heinrichs V. zu Emehard. Ernannt 1105, gestorben am 11. Oktober 1106.

 

25. Erlung
Ernannt 1105. Im Jahre 1115 trat Bischof Erlung von Würzburg gegen Heinrich V. auf. Gestorben am 28. oder 30. Dezember 1121.

 

26. Gebhard von Henneberg
Gewählt von Heinrich V. 1122 in schismatischer Wahl zu Rugger. Gebhard behauptet sich nach dem Tod von Rugger noch bis 1127 und wird später, 1150, neuerlich zum Bischof gewählt.

 

27. Rugger
Gewählt von den Stauffer 1122 in schismatischer Wahl zu Gebhard. Stirbt am 26. August 1125.

 

28. Embricho
Gewählt (?) 1127, gestorben am 10. oder 11. November 1146.

 

29. Siegfried von Truhendingen
Verwandt zu König Konrad.

Gewählt 1146/47, gestorben am 16. September 1150.

 

30. Gebhard von Henneberg
Gewählt 1150, gestorben am 17. März 1159.

 

31. Heinrich II. (von Stühlingen)
Gewählt 1159, gestorben am 23.(24.,25.?) Februar 1165.

 

32. Herold
Gewählt 1165. Kaier Friedrich Barbarossa erteilt Ihm die Güldene Freyheit. Gestorben am 3. August 1171.

 

33. Reginhard von Abenberg
Gewählt, bzw. von Kaiser Barbarossa als Bischof 1171 bestimmt, kanonisch ab 1177. Gestorben am 15. Juni 1186.
Bis 1150 Abt der Cellula Abenberg.
1151 bis 1166 Abt des Zisterzienserkloster Bronnbach.

Von 1166/67 bis 1182 Abt von Kloster Neustadt.  

34. Gottfried I. von Spitzberg-Helfenstein
Gewählt 1186, gestorben am 8. Juli 1190.

 

35. Philipp von Schwaben (später König)
Stauffer, jüngster Sohn von Friedrich Barbarossa. Gewählt wahrscheinlich noch 1190, weder bestätigt noch konsekriert, resigniert 1191. Von 1198 bis 1208 König, zeitgleich mit dem Welfen Otto IV. von Braunsschweig. Ermordet am 21. Juni 1208 von Otto von Wittelsbach.

 

36. Heinrich III. von Berg
Gewählt 1191, gestorben am 14. April 1197.

 

37. Gottfried II.
Gewählt 1197, gestorben am 24. August 1197.

 

38. Konrad I. von Querfurt
Konrad war Sohn des Burggrafen von Magdeburg, aus edelfreiem Geschlecht. Er studierte mit Lothar von Segui, dem späteren Papst Innozenz III. in Paris. 1188 wurde er Kaplan Kaiser Friedrichs I. 1194 ernannte ihn Kaiser Friedrich I. zum Kanzler und Generallegaten für Apulien, Italien und Sizilien. Er erzog den Sohn Friedrichs, Heinrich VI. 1195 wurde er auch Bischof von Hildesheim, 1197 stand Konrad an der Spitze des sogenannten Deutschen Kreuzzugs. Im Heiligen Land war Konrad am 5. März 1198 an der Umwandlung der im Lager von Akko gegründeten Hospitalgenossenschaft in den Deutschen Orden, beteiligt. Papst Innozenz III. gab dieser Umwandlung der Hospitalgenossenschaft im Jahre 1198 seine Zustimmung. Konrad wurde 1198 auch Bischof von Würzburg. Da er aber nach dem Tode Heinrichs VI. Ratgeber Philipps von Schwaben wurde und die staufische Politik weitgehend mitbestimmte, exkommunizierte ihn Papst Innozenz III. 1199. Um das Jahr 1200 soll Konrad die fränkische Stadt Karlstadt am Main zur Verteidigung des Territoriums des Würzburger Bistums gegen die Grafen von Rieneck gegründet haben. Die Exkommunikation wurde 1201 wieder aufgehoben - Konrad hatte inzwischen die Fronten gewechselt. Der Papst bestätigte seine Ernennung zum Bischof von Würzburg. Im Herbst 1202 fiel er von König Phillip ab (Übertritt zur welfischen Parteiund wurde seines Kanzleramtes enthoben. Der Würzburger Hochstiftministeriale Bode von Ravensburg ermordete den Bischof am 2. Dezember 1202.

 

39. Heinrich IV. (Caseus) (von Heßberg)
Gewählt 1202/03, gestorben am 13. Juli 1207.

 

40. Otto I. von Lobdeburg
Gewählt 1207, gestorben am 4. oder 5. Dezember 1223.

 

41. Dietrich von Homburg
Gewählt 1223. Am 8. Dezember 1224 fand die Schlacht in Mattenstatt statt. Gestorben am 19. oder 28. Fe
bruar 1225.

 

42. Hermann I. von Lobdeburg
Gewählt 1225. Zog das Burggrafenamt ein. Gestorben am 3. März 1254.

 

43. Iring von Reinstein-Homburg
Gewählt 1254, gestorben am 2. November 1265. Heinrich V. von Leinigen, Bischof von Speyer, zieht aufgrund einer päpstlichen Exspektanz 1255 in Würzburg ein, wird 1256 entsetzt, gestorben am 26. Fe
bruar 1272.

 

Sedisvakanz 1265-1267.

 

44. Poppo III. von Trimberg
Gewählt 1267 in schismatischer Wahl mit Berthold I. von Henneberg. Poppo III. wird vom Papst bestätigt und stirbt 1271 vor dem 3. Mai.

 

45. Berthold I. von Henneberg
Gewählt 1267 in schismatischer Wahl mit Poppo III. Berthold I. von Henneberg stirbt am 29. Dezember 1312 (1311?) als Mainzer Weihbischof.

 

46. Berthold II. von Sternberg
Providiert am 23. Oktober 1274, gestorben am13. November 1287.

 

47. Manegold von Neuenburg
Gewählt am 2. Dezember 1287, gestorben am 12. Juli 1303.

 

48. Andreas von Gundelfingen
Gewählt 1303, gestorben am 14. Dezember 1313.

 

49. Gottfried von Hohenlohe
Gewählt in schismatischer Wahl mit Friedrich von Stolberg 1314, providiert am 20. Juni 1317, gestorben am 4. September 1322.

 

50. Wolfram Wolfskeel von Grumbach
Gewählt am 16. November 1322, nach Annullierung der Wahl providiert am 26. August 1323, gestorben am 6. Juli 1333.

 

51. Hermann II. Hummel von Lichtenberg
Gewählt in schismatischer Wahl mit Otto von Wolfskeel am 30. Juli 1333, behauptet das Bistum bis zu seinem Tode am 11. Juli 1335.

 

52. Otto II. von Wolfskehl
Gewählt in schismatischer Wahl mit Hermann Hummel von Lichtenberg am 30. Juli 1333, providiert am 2. Dezember 1333, gestorben am 23. August 1345.

 

53. Albrecht I. von Hohenberg
Providiert gegen den einstimmig gewählten Al
brecht von Hohenlohe am 19. Oktober 1345, am 7. Oktober 1349 nach Freising transferiert, gestorben als Bischof von Freising am 25. April 1359.

 

54. Albrecht II. von Hohenlohe
Gewählt am 3. September 1345, nach Annullierung der Wahl providiert am 19. Juni 1350, gestorben am 27. Juni 1372.

 

55. Gerhard von Schwarzburg
Bischof von Naumburg, providiert am 6. Oktober 1372 gegen die in schismatischer Wahl gewählten Al
brecht II. von Heßberg, der 1376 resigniert und am 22. Oktober 1382 stirbt, und Withego (Hiltbrandi), der am 6. Oktober 1372 mit dem Bistum Naumburg providiert wird; Gerhard stirbt am 9. November 1400.

 

56. Johann I. von Egloffstein
Gewählt am 19. November 1400 in zwiespältiger Wahl mit Eberhard von Wertheim durch Stichentscheid König Ruprechts, providiert am 26. März 1401, gestorben am 22. November 1411.

 

57. Johann II., von Brunn
Gewählt im Dezember 1411, providiert am 18. März 1412, gestorben am 9. Januar 1440. Koadjutoren: 1. Johann von Wertheim, gewählt nach dem 29. Juni 1433, gestorben am 19. November 1433; 2. Al
brecht von Wertheim, Bruder des vorigen, gewählt am 25. November 1433, resigniert am 25. Juni 1436, gestorben am 18. August 1466; 3. Sigmund von Sachsen, gewählt am 26. Dezember 1439, wird Bischof.

 

58. Sigmund von Sachsen
Gewählt am 20. Januar 1440, abgesetzt von König Friedrich III. am 14. August 1442, von Papst Eugen IV. am 16. Oktober 1443, gestorben am 24. Dezember 1471 zu Rochlitz.

 

59. Gottfried IV. Schenk von Limpurg
Providiert am 16. Oktober 1443, gestorben am 1. April 1455.

 

60. Johann III. von Grumbach
Gewählt am 14. April 1455, providiert am 16. Juni 1455, gestorben am 11. April 1466.

 

61. Rudolf II. von Scherenberg
Gewählt am 30. April 1466, providiert am 20. Juni 1466, gestorben am 29. April 1495.

 

62. Lorenz von Bibra
Gewählt am 12. Mai 1495, päpstlich bestätigt am 10. Juni 1495, gestorben am 6. Februar 1519.

 

63. Konrad II. von Thüngen
Gewählt am 15. Fe
bruar 1519, päpstlich bestätigt am 13. April 1519, gestorben am 16. Juni 1540.

 

64. Konrad III. von Bibra
Gewählt am 1. Juli 1540, päpstlich bestätigt am August 1540. Gestorben am 8. August 1544 vor erlangter Konsekration.

 

65. Melchior Zobel von Giebelstadt
Gewählt am 19. August 1544, päpstlich bestätigt am 27. Oktober 1544, gestorben (ermordet) am 15. April 1558.

 

66. Friedrich von Wirsberg
Gewählt am 27. April 1558, vom Papst bestätigt am 4. November 1558, gestorben am 12. November 1573.

 

67. Julius Echter von Mespelbrunn
Echter wurde am 18.März 1545 als zweites von neun Kindern in Mespel
brunn im Spessart geboren. Sein Vater war der kurmainzische Rat Peter III. Echter, seine Mutter Gertraud geb. Gräfin von Adolzheim. Nach dem Tod Wirsbergs im November 1573 wurde der relativ unbekannte Echter völlig überraschend zum neuen Fürstbischof gewählt. Das Domkapitel vermeinte mit ihm einen unauffälligen und eher schwachen Regenten zu wählen, eine völlige Fehleinschätzung. Am 4. Dezember 1573 trat er sein Amt an, an Pfingsten 1575 wurde er zum Bischof geweiht.

Seine erste Aufgabe sah Julius Echter in der Beseitigung der Missstände in der Verwaltung. 1574 erließ er eine neue Kanzleiordnung, die die Arbeitsfähigkeit wieder herstellte und Gebühren zur Sanierung der Staatsfinanzen festlegte. Die finanzielle Situation entspannte sich soweit, dass das Bistum schon nach kurzer Zeit Schulden tilgen konnte, obwohl gleichzeitig die Steuern gesenkt wurden. Außerdem initiierte der neue Fürstbischof zahlreiche Rechtsreformen wie etwa die Erneuerung der Prozessordnungen. Er erließ eine Feuerschutzordnung, sorgte mit der Waldordnung für zügige Aufforstung und ging gegen Kreditwucher vor. Die Wirtschaft wurde geordnet, eine Straßeninstandhaltungsverordnung erlassen und soziale Fragen neu geregelt.

Er gründete die Würzburger Universität und das Juliusspital als Hospital für Arme und Waise und ließ Hunderte von Kirchen und Schulen bauen. Durch einen strengen Sparkurs, eine Verwaltungsreform und den Einzug von weltlichen und geistlichen Vermögen führte er das Bistum aus der Verschuldung, ohne die Steuern erhöhen zu müssen. Er erneuerte das gesamte Rechtswesen im Staat. Allerdings führte Echter auch die Gegenreformation mit großer Härte durch und vertrieb viele Protestanten aus ihrer Heimat. Zudem war er eine der treibenden Kräfte der Hexenverfolgung und ist damit für den Tod von Tausenden unschuldiger Menschen verantwortlich. Allein 1617 wurden im Bistum mehr als 300 angebliche Hexen hingerichtet.

In der Reichspolitik war das Bistum zu Echters Zeit eher isoliert. Die Ursache war seine wenig rühmliche Rolle beim sogenannten „Fuldaischen Handel“. Das Fuldaer Domkapitel und die protestantischen Fürsten hatten ihn 1576 aufgefordert, die Regierungsgewalt im Hochstift Fulda zu übernehmen. Die Bemühungen des Fürstabts Balthasar von Dernbach um die Gegenreformation und die Besserung des Domkapitels brachten Fürsten und Domkapitulare gegen diesen auf. Im Mai 1576 wurde Balthasar abgesetzt und floh nach Mainz, wo er Papst und Kaiser um Hilfe bat. Die Übernahme von Fulda wurde für null und nichtig erklärt und Papst Gregor XIII. drohte Echter mit dem Kirchenbann, falls Würzburg Fulda nicht wieder herausgeben würde. Echter bestand auf einer gerichtlichen Klärung, die Würzburg 1602 verlor und zu Schadensersatz und Übernahme der Prozesskosten verurteilt wurde.

Im zersplitterten Deutschland gehörte das Bistum zunächst dem "Landsberger Bund" an, einer Vereinigung katholischer und protestantischer Fürsten. Er ermöglichte dem Fürstbischof, 1595 gefahrlos die Gegenreformation durchzuführen, wurde jedoch 1598 aufgelöst. 1609 trat Würzburg dem Verteidigungsbund der "Katholischen Liga" bei. Im Frühjahr 1610 fielen denn auch protestantische Ansbacher Truppen ein, was Echter veranlasste, selbst Verteidigungsmaßnahmen zu ergreifen. Bereits im Herbst 1610 standen seiner Landwehr 40 000 Musketiere zur Verfügung.

Gegen den erneuten Widerstand des Domkapitels ließ er 1576 den Grundstein für ein großes Armenspital mit Waisenheim legen, das heutige Juliusspital, gestiftet am 12.März 1579. Das Krankenhaus entstand unter anderem auf einem seit der Vertreibung der Juden verwilderten jüdischen Friedhof.

Auch in Arnstein, Dettelbach, Ebern, Gerolzhofen, Haßfurt, Heidingsfeld, Iphofen, Karlstadt, Königshofen, Mellrichstadt, Münnerstadt, Neustadt, Röttingen und Volkach ließ Echter Spitäler einrichten.

Julius Echter starb am 13. September 1617 an den Folgen einer Darminfektion.

Literatur: Julius Echter und seine Zeit, hg. Friedrich Merzbacher 1973.

 

68. Johann Gottfried von Aschhausen
(seit 21. Juli 1609 Bischof von Bamberg und als solcher konsekriert am 2. Februar 1610), gewählt am 5. Oktober 1617, vom Papst bestätigt am 12. Februar 1618, gestorben am 29. Dezember 1622.

 

69. Philipp Adolf von Ehrenberg
Gewählt am 6. Februar 1623, vom Papst bestätigt am 19. März 1624, gestorben 16. Juli 1631 vor erlangter bischöflicher Konsekration.

 

70. Franz von Hatzfeld
(seit 4. August 1633 auch Bischof von Bamberg), gewählt am 7. August 1631, vom Papst bestätigt am 3. Januar 1632, gestorben am 30. Juli 1642.

 

71. Johann Philipp von Schönborn
(seit 19. November 1647 auch Erzbischof von Mainz und ferner seit 1663 Bischof von Worms), gewählt am 16. August 1642, vom Papst bestätigt am 18. April 1644, gestorben am 12. Februar 1673.

 

72. Johann Hartmann von Rosenbach
Gewählt am 13. März 1673, vom Papst bestätigt am 10. September 1674, gestorben am 19. April 1675.

 

73. Peter Philipp von Dernbach
(seit 22. März 1672 Bischof von Bamberg), gewählt am 27. Mai 1675, vom Papst für Bamberg bestätigt am 28. Januar 1675; für Würzburg, nach Annullierung der Wahl, providiert am 24. Februar 1676, gestorben am 22. April 1683.

 

74. Konrad Wilhelm von Wernau
Gewählt am 31. Mai 1683, gestorben am 5. September 1684 vor erlangter päpstlicher Bestätigung und Konsekration.

 

75. Johann Gottfried von Guttenberg
Gewählt am 16. Oktober 1684, nach Annullierung der Wahl vom Papst providiert am 12. August 1686, gestorben am 14. Dezember 1698.

 

76. Johann Philipp von Greiffenclau-Vollraths
Gewählt am 9. Februar 1699, vom Papst bestätigt am 1. Juni 1699, gestorben am 3. August 1719.

 

77. Johann Philipp Franz von Schönborn
Gewählt am 18. September 1719, vom Papst bestätigt am 15. Dezember 1719, gestorben am 18. August 1724.

 

78. Christoph Franz von Hutten
Gewählt am 2. Oktober 1724, vom Papst bestätigt am 28. Dezember 1724, gestorben am 25. März 1729.

 

79. Friedrich Karl von Schönborn
(seit 30. Januar 1729 Bischof von Bamberg), gewählt am 18. Mai 1729, vom Papst bestätigt am 3. August 1729, gestorben am 25. Juli 1746.

 

80. Anselm Franz von Ingelheim
Gewählt am 29. August 1746, vom Papst bestätigt am 28. November 1746, gestorben am 9. Fe
bruar 1749.

 

81. Karl Philipp von Greiffenclau-Vollraths
Gewählt am 14. April 1749, vom Papst bestätigt am 21. Juli 1749, gestorben am 25. November 1754.

 

82. Adam Friedrich von Seinsheim
(seit 21. April 1757 auch Bischof von Bamberg), gewählt am 7. Januar 1755, vom Papst bestätigt am 17. März 1755, gestorben am 18. Fe
bruar 1779.

 

83. Franz Ludwig von Erthal
(seit 12. April 1779 auch Bischof von Bamberg), gewählt am 18. März 1779, vom Papst bestätigt am 12. Juli 1779, gestorben am 14. Fe
bruar 1795.

 

84. Georg Karl von Fechenbach
Gewählt am 12. März 1795, vom Papst bestätigt am 1. Juni 1795, konsekriert am 21. Juni 1795; legt infolge der Säkularisation des Hochstifts Würzburg am 28. November 1802 seine Würde nieder. War auch Koadjutor in Bamberg seit 26. Mai 1800, Bischof daselbst seit 28. September 1805, gestorben in Bamberg am 9. April 1808. Militärische Besetzung des Bistums Würzburg durch Kurfürst Max Joseph von Bayern am 3. September, Zivilbesetzung am 29. November 1802. Reichsdeputations-Hauptschluß vom 25. Fe
br
uar 1803, vom Reichstag angenommen am 24. März, von Kaiser Franz II. ratifiziert am 28. April 1803. Sedisvakanz von 1808 bis 1818. Weihbischof: Gregor Zirkel, Titularbischof von Hippo, 1802-1817.
Generalvikare: Joh. Franz Schenk von Stauffenberg, 1802 bis 1808; am 6. Mai 1808 von Papst Pius VI. zum Kapitelvikar Ernannt; gestorben am 11. Dezember 1813; Joseph Fichtl, Dr. theol. et. phil., Provikar und Generalvikar, 1813-1821. Großherzogtum Würzburg, unter Großherzog Ferdinand von Toscana, vom 1. Fe
bruar 1806 bis 3. Juni 1814.

 

Bayerisches Konkordat, abgeschlossen am 5. Juni 1817. Circumscriptionsbulle (Dei ac Domini nostri Jesu Christi) für die bayerischen Bistümer vom 1. April 1818, publiziert am 8. September 1821.

 

85. Friedrich von Groß zu Trockau
Präkonisiert am 2. Oktober 1818, konsekriert in Eichstätt am 18. November 1821, inthronisiert am 23. Dezember 1821, gestorben am 21. März 1840.

 

86. Georg Anton (von) Stahl
Ernannt von König Ludwig I. am 13. April 1840, präkonisiert am 13. Juli, konsekriert am 4. Oktober 1840, gestorben in Rom am 13. Juli 1870.

 

87. Johann Valentin (von) Reißmann
Ernannt von König Ludwig II. am 26. Oktober 1870, präkonisiert am 6. März, konsekriert am 9. Juli 1871, gestorben am 17. November 1875.

 

88. Franz Joseph (von) Stein
Ernannt von König Ludwig II. am 19. Oktober 1878, präkonisiert am 28. Februar, konsekriert am 18. Mai 1879; als Erzbischof von München und Freising präkonisiert am 12. Februar 1898, gestorben am 4. Mai 1909.

 

89. Ferdinand (von) Schlör
Ernannt von Prinzregent Luitpold am 5. März 1898, präkonisiert am 24. März, konsekriert am 22. Mai 1898, gestorben am 2. Juni 1924.

 

Neues Kirchliches Gesetzbuch, veröffentlicht durch Apostolische Konstitution Papst Benedikt XV. (Providentissima mater ecclesia) vom 27. Mai 1917, in Kraft getreten am 19. Mai 1918.

 

Apostolischer Administrator: Jakobus (von) Hauck, Erzbischof von Bamberg, vom 7. Juni 1920 bis 30. November 1924.

 

90. Matthias Ehrenfried
von Papst Pius XI. Ernannt und präkonisiert am 30. September 1924, konsekriert am 1. Dezember 1924, gestorben am 30. Mai 1948.

 

Neues Bayerisches Konkordat, unterzeichnet am 29. März 1924, ratifiziert am 24. Januar 1925. Reichskonkordat, abgeschlossen am 20. Juli 1933, ratifiziert am 10. September 1933.

 

91. Julius Döpfner
von Papst Pius XII. Ernannt am 11. August 1948, konsekriert am 14. Oktober 1948, präkonisiert am 14. März 1949, als Bischof von Berlin inthronisiert am 25. März 1957, zum Kardinal kreiert am 15. Dezember 1958, als Erzbischof von München und Freising inthronisiert am 30. September 1961, gestorben am 24. Juli 1976.

 

92. Josef Stangl
von Papst Pius XII, Ernannt am 27. Juni 1957, konsekriert am 12. September 1957, präkonisiert am 9. Juni 1958, resigniert am 8. Januar 1979, gestorben am 8. April 1979.

 

93. Paul-Werner Scheele
(9.3. 1975 Weihbischof in Paderborn), von Papst Johannes Paul II. Ernannt am 31. August 1979, feierlich inthronisiert am 21. Oktober 1979, emeritiert am 14. Juli 2003.

 

94. Friedhelm Hofmann
(13. 9. 1992 Weihbischof in Köln), von Papst Johannes Paul II. ernannt am 25. Juni 2004, feierlich in sein Amt eingeführt am 19. September 2004

 

 

 

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