Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Willibrord
Willibrord, einer der großen Missionare im fränkischen Reich
  Die fränkische Missionierung ab 500 

Erstellt am 16.10.2005, zuletzt geändert am 30.03.2013 

 

Unter dem Merowingerkönig Chlodwig I. beginnt die fränkische Christianisierung. Nach einem Sieg der Franken um 496/497 über die Alemannen bei Zülpich, lässt sich Chlodwig I. katholisch taufen.
531 besiegten die Franken / Merowinger unter Theuderich I., zusammen mit den Sachsen, das Thüringerreich unter König Herminfried in der Schlacht an der Unstrut.

533 wurde Herminfried ermordet und das thüringische Königshaus aufgelöst. Die Franken waren nun alleinige Herrscher im Maingebiet und Thüringen.


 

Die wichtigsten Missionare und Missionarinnen für das Festland waren und missionierten:

Columban der Jüngere (* um 543 + 615) in Gallien, um den Bodensee und zuletzt in Bobbio/Italien, gefördert von dem langobardischen König Agiluf.

Gallus (* um 550 + um 640) mit Columban den Jüngeren in Gallien und um den Bodensee, zuletzt in St. Gallen.

Emmeram (* ? + um 652) in Regensburg unter dem Agilolfinger-Herzog Theodo I.

Suitbert (* 637 + 713) zwischen Ruhr und Lippe und gründete dann auf Veranlassung von Plektrud, Gattin Pippin des Mittleren, das Kloster Kaiserwerth.

Kilian (* um 640 + um 689) in Würzburg ?.

Ruppert (* um 650 + 718) auf Veranlassung vom Agilolfinger-Herzog Theodo II. in Regensburg und dann in Salzburg.

Willibrord (* 658 + 739) zuerst in Thüringen und Mainfranken, gefördert durch die Hedenen. Dann in Friesland und Echternach.

Bonifatius (* 673 + 755) als Wanderbischof und am Ende in Mainz und dann in Utrecht.

Korbinian (* um 675 + um 727) in Gallien und Freising unter dem Agilolfinger-Herzog Grimoald, dem Sohn von Herzog Theodo II.

Wigbert (* um 680 + 738) in Friesland, Fritzlar und Ohrdruf.

Burkard (* 683 + 755) in Berceto / Norditalien, Neustadt am Main, Würzburg und gestorben in Homburg am Main.

Pirmin (* um 690 + 753) als Wanderbischof am Oberrhein und im nordwestlichen Allemannien.

Lioba (* um 700/710 + 782) in Tauberbischofsheim.

Willibald (* um 700 + 786/87) in Eichstätt.

Wunibald (* 701 + 761) in Bayern und Thüringen und zum Schluss in Heidenheim.

Sturmius (* um 705 + 779) in Fritzlar und Fulda.

Walburga (* um710 + 779) in Tauberbischofsheim und Heidenheim.

Lullus (* 710 + 786) in Fritzlar, Ohrdruf und Mainz.

Megingaud (* 718 + 783) in Fritzlar, Neustadt am Main, dann Würzburg und am Ende wieder und gestorben in Neustadt am Main.

Liudger (* 742 + 809) in Friesland, Werden und Münster.

 

 

Der angelsächsische Missionar Willibrord (Apostel der Friesen) wurde 658 im südlichen Nordhumbrien (Deira) geboren. Mit dreißig Jahren zum Priester geweiht, missioniert er zusammen mit elf Gefährten ab dem Spätherbst 690 in Friesland. 695 wird Willibrord in Rom von Papst Sergius I. zum Erzbischof Clemens „in gentem Frisonem“ geweiht. 704 stellt Herzog Heden II. für Willibrord eine Urkunde >in castello Virteburh< mit vielen Besitzungen in Thüringen aus. In einer Urkunde aus dem Jahr 716 überlässt Heden II. (illuster vir Hedenus dux) Willibrord sein Erbgut bei Hammelburg im Saalgau (,,ad Hamulo castellum"), damit ein Kloster gegründet wird. Willibrod hatte ein sehr gutes Verhältnis zu Karl Martell nachdem die Mönche von Echternach unter Abt Willibrord, Karl Martell 714, nach seiner Flucht aus dem Gefängnis, beherbergten. 721, Zerwürfnis zwischen Willibrord und Bonifatius. Willibrord stirbt am 7. November 739 im Kloster Echternach.

 

 

Der Angelsachse Bonifatius wurde als Wynfrith (Winfrid) 673 in Wessex (England) geboren. Er begann mit 40 Jahren seine Missionsarbeit. Bonifatius wurde am 15.Mai 719 in Rom während seiner ersten Romreise von Papst Gregor II. (715 – 731) zum Heidenmissionar bestellt (Quelle: Bonifatius-Brief 12). Zweite Romreise Bonifatius im Jahre 722. Papst Gregor II. weiht Bonifatius am 30. November 722 zum Missionsbischof ohne festen Bischofssitz. 732 wird Bonifatius von Papst Gregor III. zum Legaten des Papstes für Germanien ernannt. 737/738, Dritte Romreise von Bonifatius, zusammen mit Burkard von Würzburg. Nachdem Karl Martell 741 gestorben war, gründet Bonifatius, mit Zustimmung von Karlmann I., für die 3 Stämme des ehemaligen Thüringerreiches, 3 Bischofssitze: Würzburg, Büraburg und Erfurt. Bonifatius wollte Bischof von Köln werden, Gegner vereitelten seinen Plan. Er wurde 746 mit Mainz (unter Bonifatius kein Erzbistum) abgefunden. Bonifatius dankt 753 als Bischof in Mainz ab. Lullus wird Bischof von Mainz. Papst Stephan II. hielt sich das ganze Jahr 754 bei Pippin III. im Frankenreich auf. Am 5. Juni 755 (Quelle: Bonifatiusstudien, Dr. Heinrich Wagner, Würzburg 2003) im Alter von fast 82 Jahren wird Bonifatius bei Dokkum in Friesland ermordet.

Detailinfos über Bonifatius finden Sie hier:

      http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=257

Infos über die Viten des Bonifatius finden Sie hier:

      http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=259

 

 

Der Angelsachse Burkard wurde um 683 im westlichen Südengland geboren.

Zeugnis über das Leben von Burkard geben zwei legendenhafte Vitae,

Detailinfos über Burkard finden Sie hier:

      http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=180

 

 

Der Mattone Megingaud wurde um 710 in Franken geboren.

Detailinfos über Megingaud / Megingoz finden Sie hier:

      http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=180

 

 

Der Angelsachse Lullus ist um 710 in Wessex (England) geboren. 737/738 trifft Lullus Bonifatius in Rom. Lul ist im Kloster Ohrdruf in Thüringen und in Fritzlar bezeugt, dort lernte er Megingaud kennen. 738 wird er als Diakon im Bonifatius-Brief 70 genannt. 746/747 unternahm Lullus die 2te Romreise als Archidiaconus. Nach 747 wurde er zum Priester geweiht. Im Sommer/Herbst 751, 3te Romreise von Lullus als Presbyter im Auftrag von Bonifatius (Quelle: Bonifatiusbrief 86). Im Brief 90, vom 4. November 751, von Papst Zacharias an Bonifatius, wird Lul als Priester erwähnt. 752, Chorbischof von Mainz, erwähnt im Brief 93. 753 wird Lullus Bischof von Mainz. Am 12. April 769 nimmt Lullus an der Lateransynode teil. 780/782 erhielt er von Papst Hadrian I. das erzbischöfliche Pallium und wurde damit der erste reguläre Erzbischof von Mainz. Verstorben ist Lullus am 16.10. 786 vermutlich in Hersfeld.

 

 

Der Bayer Sturmi wurde um 715 im damaligen Bayern geboren. Um 735 sind Kontakte zu Bonifatius erwähnt. 736 gründete Sturmi in Hersfeld eine Einsiedelei. 740 wird er in Fritzlar zum Priester geweiht. Am 1. März 744 schenkt Hausmeier Karlmann I. dem Bonifatius den Ort „Eihloha“ an der Fulda samt dem umliegenden Königsgut und veranlasst die umliegenden Grundbesitzer seinem Beispiel zu folgen. Am 12. März 744 nimmt Sturmi mit 7(VII), wahrscheinlich 12(XII), Gefährten Besitz von dem Ort des späteren Klosters. 747 und 748 hält sich Sturmi im Kloster Benedikt in Montecasino auf. Wahrscheinlich steht diese Reise im Zusammenhang mit dem „Rücktritt“ und Aufenthalt von Karlmann in Montecasino. Auf der Heimreise im (Herbst?) 748 aus Italien erkrankt Sturmi und wird im Frauenkloster Kitzingen vier Wochen lang gesund gepflegt. 751 bewirkte Bonifatius die Exemption des Kloster Fulda, Lullus trug dies bei seinem Besuch beim Papst Zacharias in Rom vor. Nach dem Tod von Bonifatius im Juni 755, versuchte Lullus die Exemption wieder rückgängig zu machen. Sturmi wurde der Parteinahme für die Agilolfinger beschuldigt. 763 bis 765 wurde Sturmi deshalb in die Abtei Jumiéges (Normandie) verbannt, die päpstliche Exemption für das Kloster wurde eingezogen (Jumiéges soll auch ab 788 der Ort der Klosterhaft von Tassilo III., des letzten Bayernherzogs der Agilolfinger gewesen sein). 765 wurde Sturmi von Pippin III rehabilitiert. Das Kloster erhielt das Zachariasprivileg zurück und wurde gleichzeitig unter königlichen Schutz gestellt, somit wurde das Bonifatianische Eigenkloster zum Reichskloster. 774 erhielt das Kloster die Immunität von Karl dem Großen. 779 befindet sich Sturmi mit Karl dem Großen auf einem Feldzug zu den Sachsen. Am 17. Dez. 779 stirbt Sturmi im Kloster Fulda. Die Vita Sturmi wurde vom Fuldaer Abt Eigil, ein Verwandter von Sturmi, zwischen 794 und 800 niedergeschrieben.

 

 

 

Die Liste der Viten:

 

Wer ist wann gestorben

Welche Vita wurde verfasst

Wann wurde die Vita verfasst

Wer verfasste die Vita

Bonifatius

Juni 755

Vita Bonifatii

755-768

Autor: Bischof Willibald von Eichstätt (Quelle: Bonifatiusstudien, Heinrich Wagner).
Veranlasst von Bischof Lullus von Mainz und Bischof Megingaud von Würzburg.

Bonifatius

Juni 755

Passio s. Bonifatii

758-768

?

Kilian ?

689 ?

Passio minor sti. Kiliani

788

Veranlasst von Karl den Großen zur karolingischen Zentenarfeier (100-jähriges Jubiläum, lat. centum = einhundert) am 8.Juli 788 in Würzburg.
(In der Schlacht von Tertry, 687, besiegt Pippin der II., der Hausmeier von Austrasien, den Merowingerkönig Theuderich III. und dessen neustrischen Hausmeier Berchar/Berthar. Die Voraussetzung für den Aufstieg der Karolinger zu Königen. 688, nach der Ermordung von Berchar, wurde Pippin II. Hausmeier des Gesamtreiches, „Princeps francorum“ bzw. „Principale regimine majorum domus“.)
Autor wahrscheinlich Rado, Abt von St. Vaast zu Arras und Leiter der Kanzlei von Karl den Großen.

Sturmi

Dez. 779

Vita Sturmi

794-800

Abt Eigil vom Kloster Fulda

Willibrord

Nov 739

Vita Willibrordi

Um 800

Alkuin (*730/35, +um 804), Leiter der Aachener Hofschule Karls des Großen.

Kilian ?

689 ?

Passio maior sti. Kiliani

um 850

Mönch Engelhard (Quelle: Karl Bosl).

Burkard

Feb 755

Vita Burkardi I.

um 855

Mönch Engelhard (Quelle: Karl Bosl).

Lullus

Okt 786

Vita Lulli

um 1070

Mönch Lampert von Hersfeld

Burkard

Feb 755

Vita Burkardi II.

um 1125

Abt Ekkehard von Aura an der Saale, + 20. Februar 1130

 

 

 

Hier die Topics und die zugehörigen Quellen, welche die Fakten zu Burkard und Megingaud untermauern.

 

1. Berowelf, der Nachfolger von Bischof Megingaud, nahm Mitte April 769, am 12. bis 14. April, an der Lateransynode teil.

Quelle: Aus der MG Concilia 2/1, 74ff. n. 14.

à Megingaud dankt um/zwischen Dez. 768 und Feb. 769 als Bischof von Würzburg ab.

 

2. Megingoz hatte den Würzburger Bischofsstuhl 15 Jahre lang inne (rexit quindecim annos).

Quelle: Aus der jüngeren Burkardsvita von Abt Ekkehard von Aura.

à Megingaud wird um Jan. 754 zum Bischof von Würzburg geweiht.

 

3. Der Todestag von Burkard ist der 2. Februar.

Quelle: Aus dem „Chronicum Wirziburgense“.

Quelle: Aus der jüngeren Burkardsvita.

Quelle: Aus der Chronik von Lorenz Fries, dass Burkard „am tag Marie lichtmeß starb“.

à Siehe nächster Punkt.

 

4. Das Megingaud „bey leben sant Burgharten ongeheuerlich ain jore (…) regiert hat“.

Quelle: Aus der Chronik von Lorenz Fries.

à Burkard ist am 2. Feb. 755 in Homburg am Main gestorben.

 

5. In einer Urkunde von Juni 753 für das Kloster Fulda ist Megingoz als Zeuge erwähnt. Die Urkunde ist unterzeichnet von Pippin, Erzbischof Bonifaz, den Bischöfen Burghard (Wirzburg), Willibald (Eichstädt), Lul (episc.), Eoban (Utrecht), Ciliman, den priestern Folcrem, Megingoz, den grafen (praefecti) Throand, Liutfrid, Hrunzolf, Hroggo u. a.

Quelle: Karol. Regesten 753 iuni 00 - n. 72.

à Megingaud ist Jun. 753 noch Priester.

 

6. Megingoz/Megingaud wird von Bonifatius zum Bischof von Würzburg geweiht.

Quelle: Aus den „Miracula sancti Goaris“ des Wandalbert von Prüm.

Quelle: Auf der Aufschrift des Megingaud-Sarkophages, hergestellt in Neustadt am Main. Heute in der Krypta des Würzburger Neumünsters.

à Bischofsweihe Megingauds durch Bonifatius um Januar 754.

 

7. Burkards Bischofsweihe und die Würzburger Bischofsgründung fand im Jahre 741 statt.

Quelle: Aus der Annalista Saxo.

 

 

Hier die Topics und die zugehörigen Quellen, welche die Fakten zu Bonifatius untermauern.

 

1. Dass Megingauds Vorgänger Burkard vor Bonifatius starb.

Quelle: Aus Luidgers Vita des Abtes Gregor von Utrecht (+um 776). Liudger (*742, +809) war ein Schüler von Gregor und erstellte die Vita 790/91. Gregor selbst war ein Schüler von Bonifatius.

à Bonifatius muss nach dem 2. Feb. 755 gestorben sein, da Burkard am 2. Feb. 755 in Homburg am Main starb.

 

2. Dass Bonifatius am Königshof im westlichen Frankenreich vermutlich in den ersten Monaten des Jahres 754 Papst Stephan II. (752-757) trifft.

Papst Stephan war das komplette Jahr 754 im Frankenreich.

Quelle: Aus der „Passio sancti Bonifatcii“ (Vita quarta).

 

3. Dass Bonifatius im zehnten Jahr, nachdem er „ad sanctum locum“, nämlich nach Fulda gekommen war – dies betrifft den Zeitraum zwischen Mai 753 und Mai 754 – sich mit dem König beriet und [dann] nach Friesland begab, um erneut in der Friesenmission tätig zu werden.

Quelle: Aus der „Vita Sturmii“ des Abt Eigil vom Kloster Fulda, entstanden zwischen 794 und 800.

 

4. Dass Bonifatius nach langer Zeit (à Ende 754) wohlbehalten aus Friesland zu „seinen Kirchen“ in der „Germania“ zurückkehrte und sich im folgenden Jahr (à 755) wiederum nach Friesland begab, wo er das Martyrium erlitt.

Quelle: Aus der Vita Bonifatii des Willibald von Eichstätt.

 

5. Dass das Martyrium des Bonifatius am 5. Juni 755 stattfand.

Quelle: Aus der Vita Bonifatii des Willibald von Eichstätt.

 

6. Dass das Martyrium des Bonifatius am 5. Juni 755 stattfand.

Quelle: Brief 108 von Bonifatius an Papst Stephan II.

à Bonifatius war laut eigenen Angaben, 36 Jahre Beauftragter Roms, 755-36 Jahre = 719. Am 15. Mai 719 erhielt Bonifatius den Missionsauftrag von Papst Gregor II. Der Brief 108 ist im Jahr 755 geschrieben worden.

 

 

 

Die tabellarische Übersicht der fränkischen Missionierung.

 

Die Daten von Neustadt und Erlach in roter Schrift.

Daten die in Verbindung mit Neustadt stehen in blauer Schrift.

Allgemeine geschichtliche Daten in schwarzer Schrift.

 

406

Der heilige Alban erlitt beim Einfall der Vandalen in Mainz das Martyrium.
413 wurde die einschiffige 50x100 röm. Fuß große St. Alban Basilika in Mainz gebaut.

496/497

Sieg der Franken, unter dem Merowinger Chlodwig I., über die Alemannen bei Zülpich.
Chlodwig I. lässt sich katholisch taufen. Unter Chlodwig I. beginnt die fränkische Christianisierung. Fast das gesamte Gebiet zwischen Rhein-, Main- Altmühl- und Neckar geht nach dem Sieg in fränkischen Fiskalbesitz über.

511 – 614

Zwischen 511 und 614 fanden über 30 Synoden im merowingischen Reich statt.

531

Die Franken / Merowinger besiegen unter Theuderich I., zusammen mit den Sachsen, das Thüringerreich unter König Herminfried in der Schlacht an der Unstrut.

533

Beseitigung des thüringischen Königshauses, Herminfried wird ermordet. Die Franken sind nun alleinige Herrscher im Maingebiet und Thüringen. Christianisierung im Maingebiet und Thüringen.

Um 543

Columban der Jüngere wird um 543 in Irland geboren.

566 – 580

Bischof Sidonius wirkt in Mainz.

591

Columban kam 591 mit 12 Brüdern, Gallus war darunter, ins Frankenreich und gründete unter Childebert II. in den Vogesen die Klöster Annegray, Luxueil und Fontaines.

597

Papst Gregor I. (Papst von 590 bis 604) sandte 40 Missionare nach England.

607 – 610

Columban stellt sich auf die Seite der verjagten Frau Ermenberta von Burgunder-König Theuderich II. Brunhilde hetzte Ihren Enkel Theuderich gegen Columban auf.

Columban weigert sich auch die 4 illegitimen Kinder von Theuderich II. zu segnen.

Columban drohte auch Theuderich II. wegen seines unsittlichen Lebens zu exkommunizieren.

610-611

Columban verlässt Burgund. Stationen auf den Weg nach Süden sind: 1. Der neustrische Hof in Soisson bei König Chlothar II. 2. Der austrische Hof in Metz bei König Theudebert II. 3. Tuggen am Zürichsee. 4. Arbon und Bregenz am Bodensee.

612

Theudebert II. von Austrien, der Schutzherr von Columban, unterliegt gegen Theuderich II. Er und seine Söhne werden auf Anraten Brunichildes ermordet.

614

Klostergründung durch Columban in Bobbio, Oberitalien. Den Grund und Boden erhielt er vom langobardischen König Agiluf und seiner agilolfingischen Frau Theodelinde. Der erste Abt war Attala.

Um 615 – 629

Eustasius, ein Schüler von Columban, ist in Bayern und Lorch als Missionar bezeugt.

615, 23. Nov.

Columban stirbt in Bobbio.

629 – 639

Dagobert I., letzter großer merowingischer König, förderte den Bau von Klöstern und Kirchen.
In der Zeit Dagoberts existieren 3 größere Amtssprengel in unserem Gebiet:
Das Markenherzogtum Thüringen unter Radulf.
Das um Würzburg zentrierte mainthüringische Herzogtum unter Hruodi.
Das Herrschaftsgebiet des Agilolfingers Fara um Aschaffenburg.

Um 638

Gertrud von Nivelles (626-659), die Tochter von Pippin I., und spätere Äbtissin von Kloster Nivelles, soll öfters von Karlburg über den Gertraudenpfad zum karolingischen Jagdschloss auf dem Michaelsberg in nach Rorinlacha (späteres Neustadt) gegangen sein.

639

Pippin I. stirbt.

645

Gallus stirbt, er war am Bodensee als Missionar tätig.

649

Der Missionsbischof Emmeram kam der Überlieferung nach 649 als Glaubensbote nach Bayern und ließ sich in Regensburg am Hofe des Herzog Theodo I. (+680) nieder. Er starb 652 bei Aibling den Märtyrertod.

Um 673

Bonifatius wurde als Wynfrith (Winfrid) zwischen 672 und 675 in Wessex (England) geboren.

678

Willibrord trifft mit 20 Jahren im Kloster Rathmelsigi (erst kürzlich identifiziert als Cluain Melsige, heute Clonmelsh, Co Carlow) seine Lehrmeister, die angelsächsischen Landsleute Egbert und Wigbert.

Um 680/700

Auf dem Büraberg in Hessen wurde ein Kloster mit Kirche gegründet.

683-85

Burkard wurde in England geboren.

687

Hausmeier Pippin II. (Regierungszeit 679 – 714) errang einen militärischen Sieg bei Tertry (an der Somme) über Neustrien und Burgund und wurde Hausmeier des Gesamtreiches. Die karolingischen Hausmeier haben praktisch vollständig die Macht in Franken in der Hand, die Merowingerkönige sind Marionetten der Karolinger.

686/687

Laut der Passio Minor (veranlasst von Karl den Großen im Jahr 788), reiste Kilian nach einem kurzen Besuch bei Herzog Gozbert in Würzburg, mit seinen elf bzw. zwölf Gefährten nach Rom zu Papst Johannes V. Dort trafen sie Papst Konon (gewählt am 21. Okt. 686, gestorben am 21. Sept. 687) an, von dem Kilian den Missionsauftrag für Thüringen und das fränkische Ostreich erhalten haben soll. Dann sei er wieder gemeinsam mit dem Priester Kolonat (Colman) und dem Diakon Totnan (Tadhg) nach Würzburg gekommen (Das muss dann im Frühjahr 687 gewesen sein).

688

Willibrord wird mit dreißig Jahren zum Priester geweiht. Der angelsächsische Missionar wurde 658 im südlichen Nordhumbrien (Deira) geboren.

Um 688/89

Die Wandermönche Kilian, Kolonat und Totnan sollen in Würzburg ermordet worden sein.

Nach der Passio minor Kiliani (verfasst 788, auf Veranlassung Karl des Großen) wegen der „Schwagerehe“, ermordet von Gailana, der Frau von Herzog Gozbert. Das Motiv wurde wahrscheinlich aus der Korbiniansvita des Arbeo von Freising (entstandenen um 768) übernommen.

Nach dem Hrabanusmartyrolog (entstanden zw. 842 und 856) von Abt Hrabanus Maurus soll Kilian von Herzog Gozbert ermordet worden sein, „um des Bekenntnisses zur Wahrheit willen“.

Ein frühes Zeugnisse für die Verehrung Kilians finden man im Kalendar des Godescalc-Evangelistars (Paris, Bibl. nat., Nouv. Acq. lat. 1203) von 781-783.

In einem irischen Martyrologium aus dem 9. Jahrhundert ist laut Dr. Hans-Günter Schmidt, Leiter der Handschriftenabteilung der Universitätsbibliothek Würzburg, von seinen Brüdern Aed und Tadg die Rede und nicht von Kolonat und Totnan. Eine Geilana wird darin nicht genannt, dafür übernimmt eine Amarna, Ehefrau des Königs der Goten, ihre Rolle. Kilian wurde, so heißt es in der Handschrift, im Hippodrom des königlichen Palastes, also auf der Pferderennbahn hingerichtet. Ortsangaben fehlen darin gänzlich.

690

Gebietseroberungen beim Friesenfeldzug von Pippin den Mittleren (II.) nachdem er 689 den friesischen König Radbod bei dem nördlich des heutigen Wijk bij Duurstede in der Provinz Utrecht gelegenen Dorestad besiegte.
Der angelsächsische Missionar Willibrord (Apostel der Friesen) missioniert danach (im Spätherbst) in Friesland zusammen mit elf Gefährten.

692

Erste Romreise von Willibrord. Er ist der erste, der bei seiner Missionsarbeit die feste Bindung an Rom suchte.

692-713

Suitbert missioniert bei den Friesen und gründet das Kloster Werth am Rhein, später Kaiserwerth genannt.

695

Zweiter Friesenfeldzug Pippin II. mit Eroberung von Utrecht.
Willibrord wird im November 695 in Rom von Papst Sergius I. zum reisenden Erzbischof „in gentem Frisonem“ geweiht und erhält den kirchlichen Namen Clemens.
Utrecht wird Bischofssitz und Willibrord missioniert ohne Probleme bis 714.

697/698

Gründung von Kloster Echternach durch Willibrord.

Um 700

In Regensburg existierte schon um 700, nachweisbar an der Stelle des heutigen Niedermünster, eine spätmerowingische Bischofskirche als Saalkirche.

Bischof war Rupert, Herzog war Theodo II., ein Agilolfinger.

Nach 700

Erfolgreiche Missionierung Willibrords in Thüringen und Mainfranken dank der Hilfe Heden II. und seiner Gemahlin Theodrada, die Tochter des Herzog Theotbald..

704

Früheste authentische Nennung Würzburgs. Herzog Heden II. (der Sohn von Herzog Gozbert) stellt für den angelsächsischen Missionar Willibrord, Abt des Klosters Echternach, eine Urkunde >in castello Virteburh< aus. Willibrord erhält von Herzog Heden II. Besitzungen in Thüringen, Arnstadt (Ilmkreis), Mühlberg (Kreis Gotha) und Monra (Kreis Sömmerda). Schenkungsurkunde vom ersten Mai 704, in der Heden II. als ,,vir illuster" bezeichnet wird.

711/12

Rupert war Bischof in Salzburg, er starb dort 718.

713, Frühjahr

Suitberg, seit 692 Missionar bei den Friesen, stirbt im Kloster Werth am Rhein.

713-715

Burkhard, geboren 683-685, wird mit 30 Jahren wahrscheinlich zum Priester geweiht.

714

Nach dem Tod Pippin II. sind innerfränkische Wirren. Karl Martell (Sohn Pippins aus der Friedelehe mit Chalpaida) wurde von Pippins Frau Plektrud in den Kerker verbannt. Nach der Flucht Martells, begünstigt durch Freunde, haben die Mönche von Echternach (Willibrord) Karl Martell beherbergt.
Friesenherzog Radbod eroberte große Gebiete in Friesland zurück.

715

Theodo II., Herzog von Bayern, unternimmt 715 eine Pilgerreise nach Rom, wo mit dem Papst die Errichtung einer bayerischen Kirchenprovinz verabredet wird, mit Bischöfen in den vier Teilherzogtümern Regensburg, Passau, Freising und Salzburg, in die er sein Reich unter seinen Söhnen aufteilt.

716

Willibrord in Würzburg. In einer Urkunde aus dem Jahr 716 überläßt Heden II. (jetzt ,,illuster vir Hedenus dux" genannt) Willibrord auch noch sein Erbgut bei Hammelburg im Saalgau (,,ad Hamulo castellum"). Die geplante Klostergründung durch Willibrord bei Hammelburg kommt nicht zustande.

716 – 716

Erster Versuch einer Friesland-Missionierung von Bonifatius ab Frühjahr 716. Abruch Ende 716, da die Mission erfolglos war. Er ging zurück nach England und wurde dort ab 717 Abt im Kloster Nursling.

717 März 21

Karl Martell besiegt die Neustrier bei Vinchy im Gau Cambrai. Thuring, der Sohn von Heden II., kämpft auf der Seite Karls und fällt wahrscheinlich in der Schlacht.

717 – 741

Karl Martell (Sohn Pippins II. aus einer Friedelehe und Großvater von Karl den Großen) setzt sich gegen den Widerstand von Pippins Frau Plektrud durch und wird Hausmeier.
Von 717 bis 732 unterstützt Karl Martell prinzipiell die Missionstätigkeiten, wobei er ab Mitte der 20er Jahre Interessenkonflikte mit Bonifatius hat.

718

Erfolgreiche Feldzüge nach Aquitanien im Frühjahr und zu den Sachsen im Herbst durch Karl Martell.

719, Mai 15

Erste Romreise Bonifatius. Pater Wynfrith wurde am 15. Mai 719 in Rom von Papst Gregor II. (715 – 731) zum Heidenmissionar bestellt (Brief 12). Gleichzeitig erhielt er seinen neuen Namen: »Bonifatius« "boni facio / Ich tue Gutes".

719

Auf der Rückreise besucht Bonifatius den Langobarden-König Liutprand in Pavia.

719

Der Friesen-König Radbod ist tot. Willibrord nahm die Friesen-Missionierung mit seinen Helfern (darunter Bonifatius) wieder auf.

720

Auf Wunsch des Herzogs Grimoald von Bayern ließ sich Korbinian um das Jahr 720, nach seiner 2. Romreise, in Freising nieder. Die erste Romreise von Korbinian war 710. Er gründete eine Kirche, die er dem heiligen Stephan weihte, der Beginn der später berühmten Abtei Weihenstephan. Korbinian starb 725.

721

Zerwürfnis zwischen Willibrord und Bonifatius. Bonifatius verlässt Friesland.
Nachfolgend die Stationen von Bonifatius: Von Friesland nach Trier, Pfalzel (Gregor schließt sich an), Mainz, Amöneburg (Lahngau), Ederthale. Bei den Chatten in Hessen, im Gebiet um Fritzlar, wo noch keine anderen Missionare tätig waren, begann er seinen Missionsauftrag.

722

Karl Martell unternimmt einen von vielen Kriegszügen (718, 720, 722, 724, 733, 734, 737 und 738) gegen die Sachsen.

722, Nov. 30

Zweite Romreise Bonifatius. Papst Gregor II. weiht Bonifatius am 30. November 722 zum Missionsbischof ohne festen Bischofssitz.

723, Frühjahr

Karl Martell stellt Bonifatius, Pirmin und Willibrord einen Schutzbrief aus.

723

Bonifatius fällt ohne Risiko die Donareiche (Donar = germanischer Donnergott) in Geismar (bei Fritzlar) mit einem Schutzbrief von Karl Martell und unter Schutz einer fränkischen Garnison auf dem benachbarten Büraberg.

Im selben Jahr wird aus dem Holz der Donareiche die Peterskirche in Fritzlar erbaut.

Ab 723

Als sich Bonifatius verstärkt Thüringen als Missionsgebiet zuwandte, trifft er auf angelsächsische Missionare, die bereits ab 704 mit Willibrord dorthin kamen.

724

Wigbert gründet mit Bonifatius in Ohrdruff / Thüringen (1ter Abt Wigbert bis 732), eben dort wo Echternachter Besitzungen (ehemalige herzogliche Besitztümer) lagen, und in Fritzlar / Hessen (germanisches Kultzentrum der Chatten) jeweils ein Kloster (1ter Abt Wigbert bis 738).

Bonifatius hat Streit mit dem anliegenden Bischof von Mainz, Gerold von Mainz, um die Rechtsprechung in den neu missionierten Gebieten.

724

Pirmin gründet das berühmte Bodenseekloster Mittenau auf der Bodenseeinsel Reichenau.

726

Bonifatius schickt den Priester Denewald nach Rom zum Papst. Papst Gregor II. antwortet im Brief 26 vom 22. November 726.

727

Pirmin setzt Heddo (Etto), aus alemannischem Adel stammend, als Abt im Kloster Reichenau-Mittenzell ein. Heddo war dann ab 734 Bischof von Straßburg. Die Vertreibung von Pirmin aus der Reichenau wird von mir stark angezweifelt, Quelle? Pirmin ist als episcopus vagans (Wanderbischof) im karolingischen Herrschaftsgebiet tätig.

731, Feb. 11

Papst Gregor II. stirbt am 11 Februar 731. Sein Nachfolger Gregor III., ein geborener Syrer, wird am 18. März zum neuen Papst geweiht.

732

Gründung von Kloster Fritzlar unter Abt Wigbert, Abt von 732 bis 738, und Bonifatius.

732

Papst Gregor III. verleiht Bonifatius das Pallium, Erzbischof ohne festen Sitz.

Widerstand von Karl Martell und dem fränkischen Adel.

732/33

Bonifatius ist beim bayerischen Herzog Hucbert (+736), Sturmius schließt sich Bonifatius an.

733 – 736

Sturmius (* 715, + 779), später Gründer und Bischof von Kloster Fulda, ist unter Abt Wigbert Mönch in Kloster Fritzlar.

735

Bonifatius gründet mit Lioba das Frauen-Kloster Tauberbischofsheim.

736-739

Herzog Odilo von Bayern reformiert mit Bonifatius die Landeskirche in Bayern nach kanonischem Recht.

737

Merowingerkönig Theuderich IV. stirbt, Karl Martell regiert jetzt ohne König.

737/738

Im Sommer 737, dritte Romreise von Bonifatius mit Begleitung Gregor von Utrecht. Er wird zum Legaten des Papstes für Germanien ernannt. In Bercoto, bei seiner Hinreise, traf er auf Burkard. In Rom trifft er seinen Landsmann Lullus, den er 738 nach Thüringen, Ohrdruf, mitnimmt..

738, Frühjahr

Sachsenfeldzug von Karl Martell Lippe aufwärts, bis an die Weser. Bischof Gewilieb von Mainz tötet eigenhändig den Mann, der für den Tod seines Vaters, Bischof Gerold, verantwortlich war.

738

Wigbert, der 1te Abt von Kloster Fritzlar, stirbt. Quelle: Brief 40 des Bonifatius. Sein Namensvetter Wigbert ist gleichzeitig Priester im Kloster, er wird später nach Tatwin, der 3te Abt von Fritzlar.

738

Megingaud / Megingoz ist Diakon im Kloster Fritzlar. Quelle: Brief 40 des Bonifatius.

738 – 741

Lullus (* 705, + 786), später Bischof von Mainz, ist Mönch im Kloster Ohrdruf, erstes Kloster in Thüringen.

Um 738

Burkard ist höchstwahrscheinlich Abt in der Klosterzelle Rorinlacha (heutiger Friedhof auf dem Michaelsberg in Neustadt). Burkard kam mit Bonifatius aus Rom.

Rorlach / Rorinlacha war vorher ein Jagdschloss der Karolinger.

739

Auf das Hilfegesuch des von den Langobarden bedrängten Papstes Gregor III., der ihn mit dem römischen 'Konsulat' (gemeint wohl Patriziat) auszeichnete, reagierte Karl Martell ausweichend: er war doch selbst im Sarazenenkampf von den Langobarden militärisch unterstützt worden und hatte seinen jüngeren Sohn Pippin 734/35 von König Liutprand adoptieren lassen. Der Papst wandte sich nicht an seinen Schutzherrn den Kaiser Leo III. von Byzanz.

739, Nov 7

Willibrord stirbt am 7. November im Kloster Echternach.

Um 740

Burkard ist im Umkreis von Bonifatius in den Briefen des Lullus nachgewiesen.

740

Der Edle Suitger schenkt Bonifatius das Gebiet von "Eihstat"; Bonifatius weiht in der Marienkirche am 22. Juli 740 Willibald, ein angelsächsischer Mönch, zum Priester.

741

Sturmius gründet in Hersfeld eine Einsiedlerzelle.

Lullus ist die rechte Hand von Bonifatius.

741, Okt 21

Willibald († 7. Juli 787) wird von Bonifatius in Sülzenbrücken bei Erfurt zum Bischof geweiht. Bischof Burkard (noch ohne Bischofssitz) assistiert. Wahrscheinlich wurde Burkard schon in Rom vom Papst zum Bischof geweiht.

741, 22. Okt

Karl Martell stirbt im Oktober 741 in Quierzy und wird in St. Denis (Merowinger Hauskloster) begraben. Vor seinem Tode teilte Karl Martell das Reich unter seinen 3 Söhnen auf: Grifo bekam die Mitte um Paris, Hausmeier Karlmann I. (Regierungszeit 741-747) erhielt den Osten des Reiches mit Austrien, Schwaben und Thüringen, Hausmeier Pippin III., der Jüngere, bekam mit Neustrien, Burgund und der Provence die westlichen Landesteile zugesprochen. Von 737 bis 743 gibt es keinen Merowingerkönig.

742, Anfang

Nachdem Karl Martell am 22. Okt. 741 gestorben war, gründet Bonifatius, mit Zustimmung von Karlmann I., für die 3 Stämme des ehemaligen Thüringerreiches 3 Bischofssitze: Würzburg, Büraburg und Erfurt.

Burkard wird der erste Bischof Würzburgs (742-754).

742, Anfang

Megingaud wird nach dem Weggang von Burkard, Abt in der Klosterzelle Rorinlacha, späteres Neustadt.

742, Anfang

Unter Megingaud wird wahrscheinlich die kleine, einschiffige Saalkirche, heute unter dem jetzigen Pfarrhaus liegend, gebaut. Patrozinien nach Dr. Franziskus Büll OSB, Münsterschwarzach: Martin (11. November), Petrus und Paulus (29. Juni), Maria (25. März)

742

Würzburg wird von Karlmann I. durch großzügige Schenkungen unterstützt. Er schenkte unter anderem 25 Königskirchen und das Marienkloster zu Karlburg (Neustadt, Homburg, Amorbach, Schlüchtern und Murrhard wurden in der Schenkung nicht erwähnt).

741, nach Oktober

Bonifatius schreibt an den Majordomus Grifo, Brief 48, und bittet ihn um Unterstützung.

Wahrscheinlich schrieb er auch je einen Brief an Karlmann I. und Pippin III.

741/42

Herzog Odilo gründet zusammen mit Pirmin das Kloster Niederaltaich. Heddo, Bischof von Straßburg, vermittelt 12 alemannische Mönche aus der Abtei Mittenzell auf der Reichenau am Bodensee.

742, Januar

Bonifatius schreibt an Papst Zacharias (Brief 50). Der Priester Denehard überbringt persönlich den Brief an den Papst.

Drei von insgesamt sechs Inhalten sind:

1. Es wurden 3 neue Bischöfe, Sprengel und Städte von Bonifatius installiert: Wirzaburg, Buraburg und Erphesfurt. Bonifatius bittet den Papst dringend um Bestätigung.

2. Bonifatius wird von Karlmann I. beauftragt eine Synode in Austrien abzuhalten, Anweisung und Entscheidung vom Papst erbeten.

3. Bonifatius bittet um Rat wie er sich bez. Gregor von Pfalzel verhalten soll.

742, 1. April

Papst Zacharias bestätigt im Brief 51 folgende Punkte:

1. Bestätigung der 3 neuen Bischöfe, Sprengel und Städte, Papst hat jedoch Bedenken wegen der Größe der Städte.

2. Auf der geplanten Synode sollte das Verhalten der Geistlichen besprochen und definiert werden.

3. Bez. Gregor von Pfalzel: „Kein Nachfolger zu Deinen Lebzeiten, das lassen wir auf keinen Fall geschehen“.

4. Antwort bez. Ehefragen.

5. Antwort bez. dem Neujahrfest.

6. Hinweis, dass 3 separate Briefe mit Bestätigungsurkunden an die 3 neuen Bischöfe verschickt wurden.

7. Hinweis, dass ein separates Schreiben bez. der Synode an Karlmann erging.

742, 1. April

Papst Zacharias bestätigt im Brief 52 die Gründung des Bistums Büraberg an Bischof Witta.

742, 21. April

Erste austrische Synode: Concilium Germanicum unter Karlmann I. und Bonifatius, ohne die bayerischen und alemannischen Bischöfe. Bischof Burkard nimmt teil.
Quelle: Vita Willibaldi episcopi Eichstetensis, in Codex latinus Monacensis 1086.

742, 1. Oktober

Chrodegang wird durch Vermittlung Pippins zum Bischof von Metz erhoben.

743, 1. März

2te austrische Synode zu Estinnes an der Sambre im Hennegau. Bischof Burkard nimmt teil.

Karlmann schenkt dem Bonifatius den Ort Eichloh an der Fulda samt dem umliegenden Königsgut.

743, 3. März

Nach 6 Jahren ohne König wird der schwache Childerich III. von Karlmann I. und Pippin III. als Merowingerkönig eingesetzt. Ein taktischer Schachzug. Childerich III. ist verheiratet mit Gisela, der Schwester von Pippins zweiter Frau Bertrada !

743, März

Odilo wurde mit seinem Verbündeten dem Alemannenherzog Theudebald von Pippin angegriffen und am Lech besiegt. Odilo erhielt nur noch Bayern südlich der Donau, während die Gebiete nördlich der Donau fränkisch wurden. Mit der Niederlage Odilos wurde auch sein bayerischer Sonderweg in Kirchenfragen beendet. Der Hausmeier setzte in Salzburg mit Virgil einen Abt und Bischof karolingischen Vertrauens ein.

743

Erfurt wird als Bischofssitz aufgelöst.

Willibald erhält Eichstätt, das jetzt fränkisch ist, als Bischofssitz.

743

8. Juli

1te Translation, Burkard ließ die Gebeine von St. Kilian und seinen Gefährten erheben und in die Kirche auf den Marienberg in Würzburg bringen. Kilian war zu dieser Zeit auf jeden Fall schon länger als 50 Jahre tot, die Märtyrer waren in einem Pferdestall verscharrt worden.

744, Anfang

Karlmann übergab in Fulda Besitzungen an Bonifatius

744, 3. März

Neustrische Synode in Soissons. Bezeugt durch einen Brief von Pippin an Papst Zacharias. Unterschrieben von Pippin, Radobod, Aribert und Helmgaud. Die Beschlüsse der Synode von Soissons lehnen sich eng an die Beschlüsse des von Karlmann und Bonifatius einberufenen Concilium Germanicum vom 21. April 742 an.

744, 12. März

Sturmius verlässt Hersfeld und gründet am 12. März 744 das Kloster Fulda am Ort „Eihloha“.

745

Gesamtfränkischen Synode unter Vorsitz der beiden Hausmeier Karlmann I. und Pippin III., wahrscheinlich in Mainz. Bonifatius stellte seinen Plan vor, eine Kirchenprovinz mit Köln als Metropolansitz zu schaffen.

745

Bischof Gewilieb vom Mainz (737-745) tritt zurück. Er erhält von Karlmann I. das Dörfchen Sponsheim an der Nahe und die Kirche zu Kempten bei Bingen.

746

2te Translation (Erhebung) der Gebeine St. Kilians zurück an den Ort der Bestattung. Zu dieser Zeit steht wahrscheinlich eine aus Holz gebaute Bischofskirche auf der rechten Mainseite.

746

Bonifatius wollte Bischof von Köln werden, Gegner vereitelten seinen Plan. Er wurde Ende 746 mit Mainz (unter Bonifatius kein Erzbistum) abgefunden. Bonifatius plant nun die Integration der von ihm selbst gegründeten Bistümer Büraburg und Erfurt in den Diözesanverband von Mainz.

746

Gerichtstag von Cannstatt, die Alemannen werden von Karlmann ins Frankenreich integriert.

747, März

Burkard ist zusammen mit Bonifatius auf einer Synode von Karlmann in Austrien.

747, Mai 1

Bischof Burkard überbringt Papst Zacharias in Rom, im Auftrag von Bonifatius und Karlmann, die Obödienz-Erklärung (Gehorsams- und Treuebekenntnis) von der März-Synode in Austrien.

747, August

2. gesamtfränkischer Kirchentag in Düren.

Pippin informierte sich direkt beim Papst über das rechte Verhältnis zwischen Priestern, Chorbischöfen und Metropoliten.

Karlmann verkündet seine Abdankung und den Rückzug ins Kloster Montecasino. Die Ansprüche von Karlmanns Sohn Drogo wehrte Pippin ab.

Pippin III. der Jüngere (Vater von Karl den Großen) ist nun Hausmeier in Neustrien und Austrien. König ist der schwache Childerich III.

748

Bischof Chrodegang von Metz, der Widersacher von Bonifatius, gründet das Kloster Gorze als Musterkloster.

748

Pippin III. beruft selbst ein Konzil ein. Die Ergebnisse wurden direkt mit dem Papst abgestimmt, Bonifatius wurde nicht eingeladen und beiseite geschoben.

749

Die Nonnen vom Kloster Kitzingen pflegten Sturmi, der von einer Romreise zurückkam, in ihrem Xenodochium gesund. Quelle: Vita Sturmi des Eigil von Fulda, Ende 8. Jahrhundert. Nach einer Sage ist die Stifterin von Kloster Kitzingen (Gründung 745) Hadeloga, vom Namen her eine Mattonin. Eventuell ist Hadeloga verschrieben und war Hruadlaug, die Schwester von Megingaud.

Um 750

Bischof Burkard gründet das Andreas-Kloster unterhalb des Marienberges, der erste Bischofssitz in Würzburg.

750

Die Konstantinsche Schenkung ist gefälscht!

Konstantin der Große soll Rom den Vorrang über alle Kirchen gegeben haben und dem Papst die Herrschaft über Rom.

750/51

Abt Fulrad vom Kloster St. Denis, ein Westfranke und Bischof Burkard, ein Ostfranke, gehen mit Zustimmung der Reichsversammlung nach Rom und holen die Zustimmung vom Papst Zacharias den schwachen Merowingerkönig Childerich III. als König abzusetzen.

751 November

November, Pippin der Jüngere wurde von der Reichsversammlung in Soissons zum König der Franken gewählt. Die Merowinger werden als fränkische Könige abgesetzt. Der König Childerich III. wurde geschoren und musste in das Kloster Sithiu (in Saint Omer, Frankreich, süd-östlich Calais). Er starb dort 752 oder 753. Von seinem Sohn Theoderich hörte man nichts mehr.

751/52

Pippin III., nicht Karlmann I., stattet das Bistum Würzburg mit dem Zehnten aus 17 ostfränkischen Gauen und mit dem Zehnten von 26 Königskirchen aus. Zusätzlich verlieh Pippin III. dem Bistum Würzburg die Immunität.

751/752

Wunibald († 761), der Bruder Willibalds, gründet das Kloster Heidenheim.

752, 15. März

Papst Zacharias stirbt.

752, um 20. März

Papst Stephan II., der älteste Presbyter wird zum Papst gewählt. Am 4. Tag nach seiner Amtseinführung, vor seiner Weihe, starb er in Folge eines Schlaganfalls. Er wurde nicht in die Papstliste aufgenommen.

752, 26. März

Papst Stephan II. (III) wird zum Papst gewählt, er stirbt am 26. April 757

752

8. Juli, Burkard ließ die Gebeine von St. Kilian und seinen Gefährten aus einem Pferdestall erheben und in die Kirche auf den Marienberg bringen. Kilian war zu dieser Zeit auf jeden Fall schon länger als 60 Jahre tot!

753, 3. Nov.

Pirmin stirbt im Kloster Hornbach in der Pfalz. Hornbach wurde von Pippin III. gefördert.

753

Bonifatius dankt als Bischof in Mainz ab. Lullus wird Bischof von Mainz.

753

Im Auftrag des Königs und des ganzen fränkischen Adels reiste Chrodegang 753 nach Rom, um Papst Stephan II. zu den folgenreichen Verhandlungen mit dem Franken-König und zu dessen Salbung über die Alpen zu geleiten.

754, 6. Januar

Pippin III. empfängt Papst Stephan II. am Epiphanias-Tag in der Pfalz in Ponthion. Papst Stephan bleibt das ganze Jahr 754 bis 755 im Frankenreich.

754

Chrodegang von Metz wird zum Erzbischof ernannt.

754 Anfang

Anfang 754, Bischof Burkard dankt ab und geht mit 6 von seinen Mönchen nach Homburg und will in Michilstat ein Kloster bauen. Michilstat könnte in Homburg am Main gelegen sein.

754 Anfang

Megingaud wird von Bonifatius zum Bischof von Würzburg (Anfang 754 – Anfang 769) geweiht.

754 Frühjahr

Bonifatius geht nach Friesland.

754, 14. April

Auf einer Reichsversammlung am Ostern in Quierzy bei Laon verpflichteten sich Pippin III. und seine Söhne Karl und Karlmann zur Pippinschen Schenkung. Pippin III versprach dem Papst, ihm das ehemalige Exarchat von Ravenna (heutige italienische Provinz) zurückzugeben. Dieser Bereich stand unter oströmischer Herrschaft und wurde im Jahr 751 von den Langobarden erobert. Es war also weniger eine Schenkung Pippins, als viel mehr ein Versprechen Krieg gegen die Langobarden zu führen.
Rechtsgrundlage war die von der päpstlichen Kanzlei gefälschte so genannte Konstantinsche Schenkung.

Als Gegenleistung legitimierte der Papst die Karolinger als Könige des Frankenreichs.

Pippins führte 2 Feldzüge gegen die Langobarden, jeweils im Frühjahr 755 und 756, und schenkte die eroberten Gebiete dem Papst. Dadurch entstand aufgrund einer gefälschten Urkunde der erste Kirchenstaat.

754, 28. Juli

Pippin, seine Frau und seine Söhne werden von Papst Stephan II. in St. Denis, im alten Hauskloster der Merowinger, gesalbt. Der Papst übertrug Pippin und seinen Nachkommen die Aufgabe als Schirmherren des hl. Stuhles mit den Titel >patricius Romanorum<.

754, August

Karlmann I. reist ins Frankenreich zu seinem Bruder Pippin III., um ein Bündnis zwischen Papst Stephan II. und Pippin gegen die Langobarden zu verhindern. Das Unternehmen scheiterte und Karlmann wurde von Pippin III. im Kloster Vienne festgehalten, wo er am 17.8.754 in der „Obhut“ seiner Schwägerin Bertrada, starb.

Karlmanns Söhne wurden tonsuriert (in den geistlichen Stand gesetzt), ins Kloster verbannt und damit ihrer Erbrechte beraubt.

755 ließ Pippin die sterblichen Überreste von Karlmann nach Monte Cassino bringen.

754 Sommer

Bonifatius wird Bischof von Utrecht.

754 Herbst

Bonifatius kehrt aus Friesland zurück. Wenn schon der Papst im Frankenreich war, hatte er sich bestimmt mit Papst Stephan II. getroffen.

754/55 Winter

Papst Stephan II. bleibt über dem Winter im Frankenreich.

Quelle: Annales regni Francorum von Einhard.

755 2. Feb.

Burkard stirbt in Hohenburg, heutiges Homburg.

755, Juni 5

Bonifatius wird am 5. Juni 755, nicht 754, im Alter von fast 82 Jahren in Friesland bei Dokkum ermordet. In seinem Testament hat er ausdrücklich verfügt, er wolle nicht in Mainz oder Utrecht, sondern in seinem Lieblingskloster Fulda beerdigt werden.

755

Einweihung der Krypta des Neumünsters in Würzburg durch Bischof Megingaud.

757

Bischof Megingaud/Megingoz (erwähnt als Mangaudus) nimmt am Konzil in Comiègne teil.

Um 760

Im Auftrag von Lullus und Megingoz hat Willibald von Eichstätt die erste Lebensbeschreibung von Bonifatius um das Jahr 760 n. Chr. geschrieben.

Quelle: Bonifatiusstudien, Dr. Heinrich Wagner, Würzburg 2003

761

Walburga († 779), die Schwester Willibalds, wird Äbtissin in Heidenheim. Etwa 100 Jahre nach ihrem Tod werden ihre Gebeine nach Eichstätt überführt. Seit dem 10. Jh. verbreitet sich ihre Verehrung weit über Mitteleuropa hinaus.

762

Bischof Megingaud (erwähnt als Megingaudus) bei der Dotation des Kloster Prüm.

765

Bischof Megingaud (erwähnt als Megingozus) nimmt an der Synode zu Attigny teil.

768

Nach dem Tod Pippin des Jüngeren (III.) wird das Frankenreich unter seinen Söhnen Karl und Karlmann II. aufgeteilt. Königskrönung Karls des Großen und Karlmann II. in Aachen.

769

Megingaud, 2ter Bischof von Würzburg, verzichtete auf sein Bischofsamt, zieht sich 769 wieder mit einigen Mönchen an den Ort Rorinlacha / Rorlach zurück.

771, Dezember

Karlmann, der Bruder von Karl dem Großen, stirbt plötzlich mit 20 Jahren.

772

Auf Veranlassung Karl des Großen, gründet Megingaud ein neues Benediktinerkloster an der „neuen Statt“ in Neustadt am Main.

774

Megingaud nimmt an der Weihe der Nazariusbasilika Kloster Lorsch teil, Karl der Große war auch anwesend.

780

Megingaud nimmt an der Weihe der Kirche zu St. Goar teil.

781

Einweihung des neuen Klosters in Neustadt am Main. Es wurde für die Sachsenmissionierung gebaut.

783

Megingaud stirbt im Kloster Neustadt am Main.

788

Die >Passio minor Scti Kiliani< wurde auf Veranlassung von Karl dem Großen zur Centenarfeier, die am 8. Juli 788 in Würzburg stattfand, abgefasst. Die Karolinger feierten ihre 100-jährige Herrschaft.

788 wurden auch die Gebeine des Märtyrers Kilian in den als Grabeskirche gedachten Bau der Salvatorkirche zu Würzburg überführt, an dessen Stelle später die Neumünsterkirche gebaut wurde. Karl der Große war bei dieser Zeremonie anwesend.



Quelle HW: Dr. Heinrich Wagner, Würzburger Diözesan-Geschichtsblätter, 63. Band, 2003, Bistum Würzburg, Seite 17 bis 43, ISBN: 0342-3093.
und . Dr. Heinrich Wagner, Würzburger Diözesan-Geschichtsblätter, 48. Band, 1986, Bistum Würzburg, Seite 111 bis 131.

 

 

 

 

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